Schönheit und so…

Published by Olivia on

Schönheit ist ein Geschenk!

Wieviel Paar Augen dieser kleine Mensch zum glänzen bringt, allein dadurch, dass sie ihn ansehen, ist eine Freude. So unsinnig, schöne Menschen zu beneiden. Leider gelingt es allzuvielen, allzuoft nicht, anderen Menschen wirklich zu begegnen. Ist jemand besonders hübsch, gelingt es selten, den Anblick einfach zu genießen, sondern schnell wird ins Verhältnis zu sich selbst gesetzt. Verglichen. Bewertet. Abgewertet. Meistens sich selbst, woraus dann, ganz menschlich, Neid erwächst.
Ich liebe es, schönen Menschen zu begegnen. Und ja, JEDER Mensch hat etwas schönes. Davon spreche ich aber hier nicht. Ich spreche von dieser äußeren Perfektion. Derer man sich nicht entziehen kann, wenn sie einem begegnet. Losgelöst von Geschmack und Vorlieben. Ein Genuss! Ich finde es schade, dass das heutzutage oft als oberflächlich abgehandelt wird. IMMER kommen Reaktionen, die diese äußere Schönheit abwerten. Ins Verhältnis setzen. Warum? Warum darf sie nicht sein? Unbewertet? Ist „schön“ nicht Wertung genug? Aber so ist es oft- etwas, das nicht jeder hat, haben kann, muss schlecht gemacht werden. Wem es wichtig ist, wird gern Oberflächlichkeit eingeredet.
Damit sich alle ja wohlfühlen. Vor allem die, die es eben nicht besitzen. Hilft es ihnen dabei, sich auch gut genug (schön genug) zu empfinden.

Mit Geld bspw. ist es ähnlich.
Oder Klugheit.
Oder oder.
Ich halte DAS für sehr oberflächlich.
Manchmal sogar diskriminierend.
Denn wie kommt man dazu, ein naturgegebenes Geschenk (oder auch Schicksal, Zufall etc.) abzuwerten? Weil derjenige nichts dafür geleistet hat? Nur, weil man es selbst nicht hat? Wären alle Menschen äußerlich makellos, würde niemand sagen, Aussehen sei unwichtig. Dieser Gedanke entsteht im Grunde immer aus Neid. Besser Mangel. Ich sage meinen Kindern nie, dass Äußerlichkeiten unwichtig oder wichtig seien. Jeder Mensch muss selber entscheiden, was ihm wichtig ist. Das zu verallgemeinern steht niemandem zu. Auch nicht, wenn sich manche dadurch wertvoller fühlen. Selbstwert entsteht nicht dadurch, dass ich bewerte oder mir jemand sagt, was wichtig ist.

So viele Eltern wollen ihr Kind schützen vor Schönheitsidealen. Sagen ihm immer wieder, wie unwichtig das alles sei, wie wertvoll der Charakter doch ist. Dabei würde es genügen, das Kind gar nicht erst davon ab zu bringen/ bringen zu lassen, dass es SELBST wertvoll ist. Unabhängig von allem. Ohne dabei andere abzuwerten. Damit tut man nämlich genau das, wovor man ursprünglich schützen wollte – Menschen und ihre ganz spezifischen Eigenschaften zu bewerten.
Denn wenn das klar im Kind ist, kommt es gar nicht auf die Idee, das Sein und Haben anderer auf sich zu beziehen. Es stellt sich nicht in Frage!

Für uns auch ein Grund für Kitafrei. Auch wenn es unterm Strich nicht unbedingt mit Fremdbetreuung ja oder nein zu tun, sondern vielmehr mit den Menschen, von denen das Kind umgeben ist, und die es somit unweigerlich beeinflussen. Oberflächlichkeit vorleben kann man leider wunderbar auch daheim. Dennoch ist es meiner Erfahrung nach so, dass diese Art des Denkens erstmals massiv in Kindergarten und dann einmal mehr verstärkt in der Schule beginnt. Das muss natürlich nicht passieren. Dazu ist, was das Kind draus macht, auch abhängig von elterlicher Prägung und seinem Temperament. Pauschalisieren kann man da sicher nicht. Dennoch- wenn man beides nicht meiden mag oder kann, ist es sicher gut, sich dessen zumindest deutlich bewusst und acht- und aufmerksam zu sein.

Wobei ich aktuell zusehen darf: Ein bald 6 Jähriger, der bald 6 volle Jahre einfach nur „gut“ sein durfte, wie er ist, unbewertet, der ist recht gut gerüstet für die Welt und all die Kritik und Vorgaben darin. Nicht weil er gelernt hat, sich zu behaupten, sondern weil er in SICH ruht. Bei SICH ist. All diese Dinge prallen einfach an ihm ab. So schön. Und so erlebe ich es grade. Und habe ich es leider anders erlebt vor einigen weiteren Jahren.

Warum Dinge in ein Gegeneinander bringen, die nicht konkurrieren müssen. Empowerment orientiert sich nicht am Außen, sondern im eigenen selbst. Nichts wird wichtiger, nur weil etwas anderes unwichtiger geredet wird.
Innere Werte sind wertvoller als äußere? Was genau heißt das? Ein schöner Mensch mit unkollegialem Charakter bspw. ist weniger wert, als der minder attraktive mit dem großen Herzen?
Freust Du Dich über, was ein anderer hat, Du gern hättest, aber nicht hast? Bist Du neidisch? Haderst mit Deiner Nase, whatever? Vergleichst Du Körper, Gesichter, Klamotten? MENSCHEN? Die eine ist schlanker, die andere arroganter, die dritte egoistischer? Als Du selbst? Magst Du Dich OBWOHL(?!) du 10 kg mehr hast, als vor der Mutterschaft? DAS sind Erfahrungen, die den Selbstwert unserer Kinder weitaus negativer prägen, als all das verbale „Wie Du bist, bist Du schön, und toll und Blabla, mein Kind!“ sie selbstbewusst machen könnte.

Was soll diese Abstempelei? Warum nicht einfach leben und genießen? Ist das wirklich nötig? Ich glaube nicht. Wie so oft ein Versuch, anderen, gern Kindern, die eigene Moral durch pauschale Glaubenssätze aufzudrücken. Es ihnen vermeintlich leichter zu machen.

„Aussehen ist nicht wichtig!“
Sagt wer?

Es muss nicht immer alles leicht sein. Nicht alles, was sich für den einen schlecht anfühlt, muss beim anderen abgewertet werden. Hilfreicher oft, da hinzuschauen, wo die Wertung passiert- in einem selbst und den anderen in Ruhe zu lassen. Schön sein z.B.. Aber auch eben alles andere. Auch wenn es uns piekst, stört, neidisch oder gar mangelhaft fühlen lässt. Kümmern wir uns lieber um das, was uns scheinbar fehlt, statt es dem der es hat, verleiden zu wollen. Dem dürfen wir von Herzen danken, dass er uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass wir uns selbst etwas gutes tun und unbedingt mal wieder umarmen sollten.

Es muss nicht immer alles ins Verhältnis gesetzt werden, denn es ist ohnehin bereits alles miteinander verbunden. Abhängig und zugleich unabhängig voneinander. Echtes Miteinander eben. Frieden und so.

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1 Comment

Lani · August 2, 2018 at 10:24 am

Liebe Olivia. Schön wieder einmal von Dir zu lesen! Thema toll! Danke! Ich orientiere mich ja auch immer gerne an der Natur da gelten Äuserlichkeiten auch nicht als unwichtig sondern transportieren eine Botschaft.
Was bei uns Menschen allerdings oft mit (wahrer) Schönheit verwechselt wird ist Mode oder ähnliches und wenn ein Mensch sich extrem in dieser Richtung auslebt also kauft und kauft ohne Rücksicht auf Herkunft der Bekleidung etc oder die ökologischen Auswirkungen OBWOHL er sich dessen bewusst ist, sagt dass eben schon was über dessen Charakter oder Stärke oder oder aus…. Ich tu mir schwer zu schreiben was ich eigentlich sagen will aber im Kern ist es vielleicht so etwas wie: „ware Schönheit kommt von innen“ und „man“ sollte sich schön machen um seiner selbst willen und nicht um anderen zu gefallen… und vielleicht dass immer irgendein Eindruck entsteht durch Äuserlichkeiten unbewusst und bewusst. Wenn man aber weiß dass das NUR EIN Eindruck ist ist das doch auch in Ordung….

Das Thema Kindergartenfrei haben wir aus Gründen der ganzen Ansichten die dort von den Kindern ( und deren Eltern) kommen auch immer wieder… Kindergarten kann einen Menschen auch „versauen“…. Meine Tochter gut vier Jahre, geht noch nicht in Kindergarten aber hat unregelmäßig Kontakt mit Kindern von dort und die bei uns in der Nachbarschaft wohnen. Allein ein sporadischer Umgang mit anderen Kindern oder eine einzelne Situation hat soviel Einfluss auf sie. Plötzlich muss alles rosa sein oder Jungs sind doof und Mädchen machen das nicht oder Du bist nicht mehr meine Freundin und gehörtst nicht dazu… Puh. Aber da hilft wohl nur sie stark zu machen/lassen und dann bleibt vieles vermutlich nur eine Test Phase …. aber das ist ja ein anderes Thema
Liebe Grüße

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