Bedürfnisorientiert, Eltern, Familie, Gleichwürdig, Kinder, Unerzogen
Kommentare 8

Weißt Du wirklich etwas über Dein Kind?

Featured Video Play Icon

(Zum Video↑)

Oder machst Du einfach, wie Du denkst?

Natürlich steht es Jedem frei, wie er die Beziehung zu seinem Kind gestalten möchte.
Meiner Meinung nach ist eine Grundvoraussetzung allerdings, um unser Kind wirklich verständnisvoll begleiten zu können, dass wir WISSEN (nicht glauben), wo es grade in seiner Entwicklung steht!

Da ist es nämlich egal, was DU willst, was DU denkst , oder was DU für richtig oder auch falsch hältst. Egal, was ICH für richtig oder falsch halte!
Wenn unser Kind also rein entwicklungspsychologisch zu gewissen Verhaltensweisen (noch) nicht in der Lage ist, sollten wir dann nicht bitte verdammt nochmal aufhören damit, genau dieses trotzdem von ihm zu erwarten, oder es ihm gar versuchen dennoch anzutrainieren? Es dahingehend also erziehen zu wollen?

Ein 6 Jähriger beispielsweise, KANN ganz faktisch nicht mehrere, unterschiedliche Gefühle gleichzeitig wahrnehmen. Also muss ich ihm zugestehen, in seiner Wut, wütend sein zu dürfen. Und zwar NUR wütend. Er KANN nicht gleichzeitig daran denken, dass er mich doch auch lieb hat und mir nicht weh tun will.
Mit welchem Recht also bewerte ich ein eventuelles, aggressives Verhalten in meine Richtung in solch einer Situation als negativ? Gar als unangemessen für „sein Alter“?
Diese Fähigkeit entwickeln Kinder erwiesenermaßen erst mit ca. 9 Jahren.
Wir brauchen also unbedingt Wissen um fair mit unseren Kindern umgehen zu können.
Es gibt zahlreiche Literatur dazu- anbei ein Link zu einer Arbeit, die ich als sehr aufschlussreich diesbezüglich empfunden habe- wer mag:

Vom Hineinfühlen zum Hineindenken
Die Bedeutung körperlich-expressiver Ausdrucks- und Verstehenskompetenzen für die emotionale Perspektivenübernahme beim vierjährigen Kind
 

Wenn wir unser Kind nicht da abholen, wo es sich auch tatsächlich in seiner Entwicklung grade befindet, dann können wir noch so sehr von AP, Unerzogen oder auch Oldschool-Pädagogik überzeugt sein- es kommt nichts an.
Zumindest nicht dort, wo es, wenn überhaupt, hilfreich sein könnte.

Kaufen wir uns eine Waschmaschine, so ist es selbstverständlich für die Meisten, dass wir zumindest einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen.
Warum maßen wir uns an, bei unseren Kindern, die in ihrer Vielschichtigkeit einem Gerät zum Wäsche reinigen sicherlich nicht ansatzweise nachstehen, einfach drauf los zu erziehen?
Einfach zu machen, wie wir meinen- auf gut Glück, quasi?

Kinder sind keine Versuchskaninchen, sondern genauso wie wir großen Menschen, komplexe Wesen, die es wert sind, dass man sich mit ihnen in der Tiefe auseinandersetzt.

Ich lade jeden dazu ein sich mit dem super spannenden Thema der Entwicklungspsychologie auseinanderzusetzen.
Das kann eine wirkliche Offenbarung sein, und die Herangehensweise an so viele Dinge in Bezug auf unsere Kinder auf eine wunderbar plausible Art verändern. Entkrampfen.
Wo (gar zu hohe) Erwartungshaltungen sind, entsteht Druck.
Fallen diese weg, sehe ich den Menschen, das Kind, wie es wirklich ist, und nur dann entsteht die Möglichkeit für eine echte Beziehung miteinander.

Vor allem aber entspannt es ungemein, wenn wir wissen, dass so viele Ansprüche und damit verbundene Ängste absolut unnötig sind.

Wer Fachliteratur dazu lesen mag, kontaktiert mich bitte einfach!
Zusätzlich empfehle ich super gern:

„Der Mythos des verwöhnten Kindes“

Kohn erklärt hier, stets wissenschaftlich belegt (Keine Angst- null Eso-Gebrabbel…), warum so viele Annahmen bezüglich des Verhaltens unserer Kinder, auf Grund derer wir unseren Umgang mit ihnen begründen, schlichtweg unschlüssig und letztelendes falsch sind.
Wer Lust hat zu wissen, wie unsere Kinder wirklich ticken und warum so viele Erziehungstips oft leider nur gut verpackte Pseudowissenschaft sind, dem kann ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen!

Olivia*

8 Kommentare

  1. Hallo Olivia, total interessantes Thema und sooo wichtig!!!! Kannst Du mir bitte Literaturtipps bzgl der Entwicklungspsychologie geben? Viele Grüße, Stefanie

    • Olivia sagt

      Liebe Stefanie,
      selbstverständlich- schön, dass Dich das Thema interessiert!
      Ich werde Dir in den nächsten Tagen etwas dazu per Mail schicken, ja?
      GLG,
      Olivia*

      • Jenny sagt

        Hallo Olivia,
        ich finde dieses Thema auch so wichtig und interessant und hätte gern auch ein paar Literaturtipps dazu.
        Vielen Dank und liebe Grüße,
        Jenny…

  2. Katrin sagt

    Lustig, das von dir gebanntw buch von kohn stehr nich eingeschweisst – seit 8 jahren – im bucherregal…jetzt werd ichs wogl mal lesen…

  3. Hannah sagt

    Hallo Olivia!
    Wirklich spannendes Thema. Glaube auch dass das Wissen über den Entwicklungsstand hilft um die Anforderungen anzupassen und die Bedürfnisse besser zu sehen.
    Kannst du mir einen Literaturtipp geben? Weißt du ob es ein Buch gibt wo die Entwicklung einfach und prägnant erklärt ist, vielleicht mit Beispielen aus dem Alltag? ( eine Art „Gebrauchsanweisung“ )
    Danke im Voraus

    Lg hannah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

1 × zwei =