Mit Leib & Seele

Published by Olivia on

Dieses Bild, der Ausdruck im Gesicht, Neugier, Freude, Begeisterung und Energie- unbändigige Freiheit, die einem nur so entgegen sprudelt! Anspannung und Entspannung zugleich. So sehr im Außen und dennoch ruhend in sich selbst. Mein Herz geht auf, wenn ich meine Kinder so erlebe, dann spüre ich, was Kindheit sein will. Wie wertvoll diese Zeit ist, und wie traurig ich bin, dass ich keine hatte. Wir dankbar, sie nun wie einen 2. Frühling miterleben zu dürfen!

An so manchen Ecken wird behauptet, es sei kein Unterschied, ob Kind draußen spielt oder vorm Tablet sitzt.
„Jedes Kind ist ok, wie es ist“, wird da gern in den Raum geworfen – Wie bitte?! Immer spannend, wenn von elterlicher Verantwortung die Rede ist und dann Richtung Kind abgelenkt wird. Die (vermeintliche) kindliche Integrität ist für viele Eltern eine Art Schutzschild geworden. Hierbei geht es allerdings nicht ansatzweise darum, ob jedes Kind richtig ist, wie es ist. DARÜBER würde ich gar nicht diskutieren wollen, weil schlicht indiskutabel, scheint aber ein mega Totschlag- bzw. Rausredeargument zu sein. Joah, jedes Kind ist tipitoppi, ob es gern raus geht oder nicht! Ob es schüchtern oder besonders aufgeschlossen oder wie auch immer eben ist! Daraus nun abzuleiten, man selbst hätte mit nix was zu tun, was das Kind nun mal (geworden) ist, ist schon sehr sehr gemütlich.
Genauso, zu behaupten, Gemüse und Gummibärchen wären gleichwertig, und wer das nicht glaubt, hat ja bloß dolle Angst vor Zucker…

Es ist bequem zu meinen, alles sei gleich gut, denn es nimmt uns Verantwortung. Letztlich nimmt es uns die Angst. Angst, falsche Entscheidungen für unser Kind zu treffen. Warum sich also nich gleich einfach dafür entscheiden, gar nix mehr zu entscheiden?! Kann man wenigstens auch nicht daneben liegen und fühlt sich so herrlich frei und friedlich an…
Dabei würde ein „offenen Auges, mit Herz UND Hirn“ bewerten der verschiedenen Optionen unserer leider wenig natürlichen, aber modernen und nun mal gegebenen Welt, dazu führen, dass wir mit ALLEM so umgehen könnten, dass Angst absolut überflüssig ist.

Nur weil ich so tu, als wär alles trallala, ist es das noch lange nicht. Diese vermeintliche Harmonie daheim, wenn mein Kind halt eben essen und anschauen darf was, wann und wieviel es möchte, ist natürlich verlockend und ich bin dennoch jedesmal perplex, wenn ich wieder mal höre „Seitdem mein Kind schauen darf so viel es mag, gibt es keinen Stress mehr.“ Klar nicht! Verantwortung beiseite gelegt, eigenes Gefühl betäubt oder besser von außen betäuben- besser wegargumentieren lassen und brav auf die eigene Kindheit geschoben(…).
Und schon heißt es: „Hello mein ach so freies Kind!“
Echt jetzt?!

Bedürfnisorientiert ist für mich kein rein „psychisches“ Ding. Auch der menschliche Körper hat Bedürfnisse. Er braucht z.B. Licht, Sauerstoff, Sonne und gerade so lange er klein ist ausreichend Bewegung und essentielle Nährstoffe. Nicht immer zu vereinbahren mit Bequemlichkeit oder (oft antrainierter!) Vorliebe. Klar!
Da aber beides gleich wichtig ist- physische und psychische Gesundheit, tue ich mich schwer damit, dass in BO/Unerzogen whatever-Kreisen häufig die psychischen Bedürfnisse „mein Kind will halt nicht, also muss es nicht“ über die physischen gestellt werden. Was ich will ist nicht immer was ich brauche. (Und nicht immer ist was ich eigentlich brauche, wichtiger als was ich will!)
Es geht um Balance. Und es ist genauso wertvoll für einen Menschen, den Tempel seiner Seele zu hegen und zu pflegen, wie seine Seele selbst, die darin wohnt. Auch hier tragen wir die Verantwortung einen gemeinsam gangbahren Mittelweg zu finden. Unsere Kinder nun mit künstlicher Beschäftigung und Nahrung vollzudröhnen und gleichzeitig zu glauben, ihre natürliche Kompetenz ihre körperlichen Bedürfnisse zu spüren, bliebe erhalten, ist verdammt kurz, oder vielleicht auch gar nicht gedacht.
Dennoch: Nicht wollen, was (auch) wichtig ist, gibt noch lange kein Recht zu zwingen. Lösungen finden- darum geht es im miteinander leben. Ideen haben, Vorleben, begeistern, erklären, Routinen anbieten, die Freude machen.
„Der Stärkere bestimmt“ kann nämlich jeder, der nur stark genug ist und ist und bleibt gemein!

DAS ist Deine Aufgabe. Geh und finde Möglichkeiten, die Deiner Familie GANZHEITLICH gut tun. Übernimm Verantwortung für Dein ganzes Kind- mit Leib und Seele!

Das ist nicht einfach, macht aber Spaß und lohnt so sehr.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf × vier =