Bedürfnisorientiert, Bindungsorientiert, Eltern, Familie, Kinder, Thinking
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Mamakinder

Im Anschluss an meine „Wortspielerei“, findet Ihr UNTEN einen Text, der zum einen kurz erklärt, dass das genannte Verhalten ziemlich normal ist und gleichzeitig aber auch Tips und Hilfestellung für den Umgang mit der doch manchmal eben belastenden Situation gibt.


„Nein- nicht Papa- MAMA!“
Kennt Ihr?
Papa ist da, Mama ist da.
*
Papa WILL sich kümmern,
wickeln, spielen, alles.
(Außer wenn’s riecht- da dürft’ ich schon kurz ran,
natürlich bloß, weil es bei mir viel schneller geht- klar!)
*

So,
Papa ist bereit.
Kind nicht.
WILL nicht.
MAMA!

M A M A !!
*
ALLES SOLL die Mama machen.
MUSS!
Also äh, ICH.
ICH ist ganz ehrlich-
es nervt mich.
Natürlich nicht grundsätzlich.
Aber schon ’sätzlich‘.
(Warum gibt es das Wort nicht?)
*
Gerade dann, wenn ich MAL
die Möglichkeit habe, etwas ANDERES zu tun,
als kuscheln, bauen toben,- was toll ist.
Oft.
Gerne.
Sehr!
Nicht IMMER.
Dafür schämt ICH sich nicht.
*
Ich schäme mich,
genervt davon zu sein,
dass mein Kind mich STÄNDIG WILL.
Denn:
Es WILL mich nicht,
es BRAUCHT mich ja.
*
Ein
Liebesbeweis.
Bedürfnis.

Rückversicherung.
In purer Notwendigkeit.
Wie großartig,
so wichtig zu sein.
*
JA!
*
Ich will versuchen
es öfter so zu sehen.
Mich geehrt fühlen.
Denn das ist es wohl-
eine EHRE.
*
Und dennoch hätte ich wenig dagegen,
wenn dem Papa diese Ehre
auch MAL zuteil würde.
*
Hätte?
Würde?
Vielleicht mal?
*
NEIN!
Ehre, wem Ehre gebührt!
Wirklich mein Kind,
der Papa hat es auch verdient.
Der kann ALLES
genauso GUT wie ich.
Und das, was er nicht gleich kann,
dass kann er nicht gar nicht,
sondern schlicht ANDERS.
*
Kannst Du mir glauben, mein Kind?
Wenn ich es doch selbst nicht glaube?
Nicht glauben will.
Obwohl ich es sogar WEIß!
ICH es weiß.
Ich nicht wirklich.
*
Warum?
Weil ICH doch
die WICHTIGSTE Person für Dich sein mag.
WILL.
*
Wie so oft,
ALLES ein #Wiederspruch in sich.
*
Versteht Ihr mich?
Wie läuft das bei Euch?
Ehrlich, bitte!
DANKE!
*

 

Ich google ziemlich oft alle möglichen „Erziehungsfragen“.
Warum? Weil es mich interessiert, was uns Eltern heutzutage so „professionell“, aber auch „untereinander“ geraten wird.

Bei diesem Thema bin ich gerade von professioneller Seite auf zahlreiche Aussagen, wie

„In anderen Fällen wollen Mama-Kinder aber lediglich ihren Willen durchsetzen und austesten, wie stark sie ihre Eltern beeinflussen und lenken können.“ (Bitte?!)

oder auch

„Lassen Sie sich von den Forderungen eines Kleinkindes zu sehr beeinflussen, wird es sich daran gewöhnen, dass es ohne viel Widerstand seinen eigenen Willen durchsetzen kann. Damit aus Mama-Kindern keine kleinen Tyrannen werden, sollten Sie auf Schmollen oder Weinen nicht reagieren.“ (Äh, NEIN!)

Ich finde es traurig, dass Eltern immer noch so oft suggeriert wird, dass ihre Kinder böse‘ Absichten haben, gar Strategien verfolgen und machtmotiviert sind.
Schade, dass immer noch diese Angst vor dem nun wirklich mehr als imaginären Tyrannen geschürt wird.

Erfreulicherweise bin ich bei „Baby & Familie“, dieser Apotheken Zeitschrift, welche sicher so ziemlich Jeder kennt, auf einen Artikel gestoßen, der meinem Gefühl und meiner Überzeugung sehr nahe kommt.
Es freut mich total, dass es eben neben all der, für mich recht lieblosen Ratschläge doch offensichtlich auch immer mehr den sanften Blick da draußen auf unsere Kinder gibt- schön!

Ich teile den Text hier daher gern mit Euch, da er relativ kurz erklärt, dass das genannte Verhalten ziemlich normal ist und gleichzeitig aber auch Tips und Hilfestellung für den Umgang mit der doch manchmal eben belastenden Situation gibt.

Passagen, die mir persönlich besonders wichtig scheinen, sind hervorgehoben.
Mein Lieblingssatz: „… öfter mal die Rollen zu tauschen – Papa putzt, während Mama spielt.“

(Erschienen am 09.06.2016, von Annett Zündort)

http://www.baby-und-familie.de/Entwicklung/Immer-nur-zur-Mama–ist-das-normal-518183.html

Immer nur zur Mama – ist das normal?

Es gibt Phasen, da wollen die lieben Kleinen nur einen Menschen: ihre Mama. Ob Baby oder größeres Kind – Papa ist dann einfach nicht angesagt. Geht das auch anders?

Das erste Jahr mit dem Baby wird toll: Mama kümmert sich tagsüber. Abends kommt Papa nach Hause, nimmt das Söhnchen oder Töchterlein auf den Arm, kitzelt es, schäkert mit ihm, wickelt es und summt später am Bett ein Schlaflied. So ungefähr stellen sich frischgebackene Eltern das vor. Groß ist die Enttäuschung, wenn eines Tages das ­Baby nicht zum Papa will. Es schreit, lässt sich nicht beruhigen und ins Bett bringen. Nur Mama und niemand sonst darf es trösten.

Fixiert auf den betreuuenden Elternteil

Vorab: Das ist eine völlig ­normale Entwicklungsphase im Leben eines Babys. Fast alle bevorzugen irgendwann einen Elternteil. Heidrun Beese, die beim AWO-Kreisverband Magdeburg die ­Elternschule betreut, erklärt: „Kinder ­­wollen den Elternteil, der sich um sie kümmert. Das ist oft die Mutter, muss es aber nicht unbedingt sein.“ In einigen Kulturen gibt es diese Fixierung auf die Mutter nämlich nicht.

Gelassen bleiben und Kind ernst nehmen

Anna ­Dintsioudi, ­Entwicklungspsychologin vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung in Osnabrück, ergänzt: „Be­treuen ­normalerweise Großeltern, Geschwis­ter, ­­Onkel oder Tanten das Baby, verlangt es nicht ausschließlich nach der Mutter.“ In Deutschland verbringt aber die Mutter die meiste Zeit mit dem Kind, ­gerade im ers­ten Jahr. Kommt dann die ­Phase, in der das Baby besonders stark auf sie fixiert ist, heißt es gelassen bleiben und dem Kleinen liebevoll begegnen. Auf keinen Fall sollten Eltern etwas erzwingen. „Sonst produzieren Sie nur eine Gegen­reaktion“, sagt Anna Dintsioudi. „Nehmen Sie die Angst des Kindes ernst!“

Bindung auch zur anderen Bezugsperson stärken

Und ein klein wenig können Mütter auch vorbeugen. Heidrun ­Beese erklärt: „Gerade wenn ein ­Baby sehr klein ist, lassen manche Mütter niemanden zwischen sich und ihr Kind. Dann ist der Vater schnell außen vor.“ Verbringt er von Anfang an regel­mäßig Solo-­Zeit mit dem ­Baby, wächst die Bindung zwischen den beiden. „Fällt es ­einer Mutter schwer, das ­Baby loszulassen, hilft es manchmal, wenn die Heb­amme dem Vater zeigt, wie alles geht“, so Beese. Mit älteren Babys können Papas zudem gemeinsame Kurse besuchen, zum Beispiel PekiP oder Baby­schwimmen.

Phasen können bis zur Pubertät auftreten

Die meisten Kinder ­entwachsen der ersten Nur-die-Mama-­Phase mit etwa einem Jahr. Aber schon kurze Zeit später, wenn die Kleinen losziehen und die Welt ­erobern, kommt sie oft wieder. „Besonders häufig sehen wir eine solche Fixierung bis zum vierten Lebensjahr. Aber bis zur Pubertät können immer wieder Mama- oder Papa-Phasen auftreten“, sagt Beese. Nach einer Trennung, einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur oder einem Urlaub mit einem Elternteil, wenden sich Kinder dem zu, der ihr Bedürfnis nach Wärme und ­­Sicherheit in erster Linie erfüllt.

Paar sollte sorgsam mit Situation umgehen

Will das Kind immer nur ­Mama, weil sie so schön tröstet, oder Papa, weil er so toll spielt, steigt das Potenzial für Stress zwischen den Eltern. „Paare müssen einen gemeinsamen Weg finden, mit dieser Situation umzugehen“, sagt Heidrun Beese. Kontraproduktiv wirken Sprüche wie „Ich mach das schon, er will ja eh nicht zu dir“. Das verletzt unnötig – und löst das Problem nicht. Besser: sich zunächst gemeinsam kümmern, also sich zum Beispiel zusammen zum Spielen mit dem Sprössling auf den Boden setzen. Ist das Kind entspannt, kann sich die Mutter langsam zurückziehen, um dem Vater Zeit mit dem Nachwuchs zu geben und für sich eine kurze Auszeit zu nehmen.

Vorliebe kann sich schnell umkehren

Und irgendwann passiert auch das: Gerade bei älteren Kindern ist Mama manchmal out. Sie kümmert sich zwar immer noch genauso, aber sie spielt eben nicht so schön wie Papa. Der kommt nach Hause und baut Burgen, albert herum, geht noch eine ­Runde kicken und macht Kissenschlachten. ­­Action statt Kuscheln ist gefragt. Und Mama ist zudem oft noch mit Kochen, Putzen, ­Organisieren beschäftigt.

Auch wenn Eltern ­eigentlich gleichberechtigt sind, zeigt Beeses Erfahrung, dass in Familien mit kleinen Kindern die Rollen häufig sehr klassisch aufgeteilt werden. Die Beraterin warnt: „Bleiben Sie im Gespräch und reden Sie über Ihre Gefühle. Eifersucht darf zwischen Eltern nicht entstehen. Eltern sein hat nichts mit Konkurrenzkampf zu tun.“ Sie rät, öfter mal die Rollen zu tauschen – Papa putzt, während Mama spielt. Oder die ganze Familie kocht gemeinsam. Das gilt zwar nicht für Babys, aber schon Zweijährige können Quark rühren oder mit Hilfe etwas schneiden. Wenn die ganze Familie öfter etwas zusammen unternimmt oder einfach nur kuschelt und Bücher liest, sind schnell auch wieder Mama und Papa gleich beliebt.

 

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