Bedürfnisorientiert, Eltern, Familie, Thinking
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Mama-Sein, und wo bleib‘ ich? Noch Selbstliebe oder schon Egoismus?

(Das Insta-Story-VIDEO findet Ihr unten ↓ )

Normalerweise versuche ich ja eher Euch hilfreiche Dinge aus meinem Leben zu erzählen.
Heute würde ich mich mal umgekehrt über Eure Erfahrungen und Tips zum Thema freuen.

Schaut Euch gern die Insta-Story unten, im Anschluss an diese Worte an.
Falls Euch bekannt vorkommt, was ich erzähle, Ihr eventuell Ideen für mich habt- bitte unbedingt her damit.
Eure Erfahrungen interessieren mich sehr. Wie geht Ihr mit dieser Situation um?
Wo bleibt Ihr bei all dem ’sich um andere kümmern‘- und ich spreche jetzt nicht von mal in Ruhe einen Café trinken.
Ich meine Euch, mich.
Die Person Olivia- wo bleibt die denn?
All ihre Farben und Facetten?
Muss sie einfach aushalten und geduldig abwarten, bis die Kleinen Große sind?
Was ist noch gesunde Selbstliebe und wo fängt Egoismus an?

Das spannende für mich bei dem ganzen ist, dass ich ja schon 2 ältere (15 und 20 Jahre) Kinder habe. Aus dieser Zeit kann ich mich nicht ansatzweise daran erinnern es ähnlich empfunden zu haben.
Möglicherweise habe ich da aber auch was ‚verdrängt’…?

Was mir dennoch heute durch ein Gespräch mit einer anderen Mutter klar geworden ist, dass es wohl einfach, zumindest auch, am Alter liegt.
Früher war ich einfach so viel weniger ich.
Viel weniger achtsam mit mir selbst.
Heute höre ich die Stimme in mir wesentlich klarer.
Ich kenne meine Bedürfnisse.
Es scheint als wäre da heute eine ungemein größere Portion Olivia, als noch vor 10 Jahren.
Ich mag das gar nicht negativ als Egoismus bewerten, denn im Grunde bin ich total froh, dass ich mich selbst so gut kenne und weiß, was ich brauche.
Leichter allerdings wird es aber auch dadurch nicht, gerade wenn manche Dinge einfach nicht möglich zu sein scheinen- egal wie man es macht…

Man rennt in alle Richtungen, immer in die, aus der es am lautesten ruft und kommt gefühlt nirgendwo an.
So fühle ich mich grade.

Wie geht es Euch?

Ich freue mich auf Euer Feedback unter diesem Beitrag.

DANKE <3

Olivia

VIDEO:

3 Kommentare

  1. Evelyn sagt

    Oh toll wie du immer schreibst und was du immer sagst Olivia! *schleim* Ich liebe deine Texte und deine Formulierungen. Du sprichst aus, was sich in meinem Kopf abspielt und spiegelst mich einfach in meinem denken wieder. Momentan habe ich gerade ähnliche Sorgen. Kann man es Sorgen nennen? Wohl eher nicht. Vielleicht ist es eine Frage der Anschauung. Ich stille mein Kind (Sohn) nachts und zum Mittagsschlaf (1 Jahr und 9 Monate alt) einfach aus dem Grund weil ich es nie anders gemacht habe. Für mich war es intuitiv das richtige. Obwohl es mir eigentlich so gut wie jeder ausgeredet hat. Ich habe mich sehr lange gefragt ob es das richtige ist und unzählige male wieder versucht es anders zu machen. Aber mein Sohn schläft eben einfach nur so ein. Er kommt selbst einfach nicht runter. Egal wie müde er auch ist. Deswegen werde ich solange stillen bis es einem von uns beiden nicht mehr gefällt. Nur muss ich sagen das ich in letzter Zeit irgendwie echt fertig bin, weil ich nun angefangen habe in Teilzeit zu arbeiten (als Mediengestalterin) – jeden Vormittag 4 Stunden. Das ist schön, so habe ich auch noch genug Zeit mit meinem Sohn. Dazu muss ich sagen bin ich auch noch nebenzu Selbstständig und hab ne Menge kreativer Ideen in meinem Kopf. Allerdings kann ich gefühlt nur 5% meiner Ideen umsetzen und das macht mich so fertig. Ich schlafe dann abends wenn ich meinen Sohn ins Bett bringe einfach ein. Meistens dauert es lange bis er einschläft. Wir machen dann auch noch quatsch im Bett – reden – lachen und toben. Bis er dann schläft ist 22 Uhr. Dann versucht mich mein Partner zu wecken – wie ausgemacht. Ab und an gelingt es mir dann doch noch um 23 Uhr aufzuwachen. Nur frustet es mich einfach so sehr das ich so viel Zeit verloren habe. Und dann wenn ich arbeiten sollte – ab 23 Uhr einfach nur müde bin. Noch dazu weiß ich das ich am nächsten Morgen ja auch aufstehen muss um 7. Ich denke ich muss etwas ändern. Nur was? Das stillen? Ohje… Vielleicht sollten wir ein wenig zurück schrauben und uns weniger fordern, in der Zeit in der uns die Kinder so einfordern? Sonst lassen wir möglicherweise den Frust an unseren Mitmenschen raus.

  2. Liebe Olivia,

    ich habe Deinen Text richtig gern gelesen… Ehrlich, offen, mit Herz … Danke dafür. Ich möchte an dieser Stelle auch gar keine großen Ratschläge geben… jeder hat seinen eigenen Weg… aber ein Satz, der mir sehr geholfen hat beim Thema „eigene Bedürfnisse“ war:

    „Ich mache das für mich. Nicht gegen Dich.“

    Dies hat bei mir einfach dieses schlechte Gewissen abgekoppelt… denn es gibt sicherlich auch als Mama Möglichkeiten, sich Zeitinseln zu schaffen… doch oft klopft dann auch das schlechte Gewissen als Mutter an… ich persönlich habe irgendwann gemerkt: Wenn ich meine Bedürfnisse kenne und erfülle (eben auch meine Kreativität leben kann), dann bin ich ich, ausgeglichen, in meiner Mitte… und dann ist auch Energie frei für all die Menschen, die mir am Herzen liegen… und ich kann ganz bei ihnen sein, in der Zeit, die wir miteinander verbringen.

    Ach ja, und um das Choas im Kopf wegzukriegen (ich bin auch so jemand mit 1000 Ideen), hilft mir persönlich Meditation <3

    … so, genug gequatscht…
    Alles Liebe. (D)eine neue Leserin

  3. Ha ha: Wenn ich abends meine „freie Zeit“ auch hin und wieder für eine Weile bei facebook verbringe sehe ich (gefühlt) fast immer einen Beitrag von Dir. Da denk ich dann immer: Wow. Wie macht die das. Vier Kinder, super Mama, macht sich über alles Gedanken und bekommt das auch noch so gut hin. UND: schreibt jeden Tag. Außerdem sieht sie (trotzdem) immer noch gut aus. Auch die Wohnung schaut nie unordentlich aus….
    … und jetzt erzählst Du dass Du das selbst gar nicht so empfindest. So ist das wohl immer Selbstbild und Fremdbild. Verstärkt durchs sich ja eigentlich nicht kennen. Halt nur durchs Internet.
    So und jetzt zum eigentlichen: Kein Rezept aber so mach ich das.
    Meine Tochter ist drei Jahre. Seit gtu vier Monaten arbeite ich wieder. Auch weil es uns finanziell gut tut. Aber in erster Linie weil ich unverhofft so eine tolle Arbeit bekommen habe. Ich arbeite ca. zwei Vormittage außer Haus und Büro mach ich wenn die kleine abends schläft oder zwischendrin…. Seit ich diesen Job habe und meine Mutter für die Zeit außerhaus einspringt bekomme ich von den 1000 Ideen in meinen Kopf natürlich noch weniger gebacken. Bevor ich zu Arbeiten angefangen habe waren es Null. Jetzt minus 5. 🙂
    Meine Arbeit macht mir viel Freude. Hin und wieder nehme ich meine Tochter auch mit. Ihr vorzuleben mich nicht selbst aufzugeben sondern meine Ideen und Träume zu leben ist ein ganz wichtiger Punkt. Auch wenn sie dafür an ca. zwei Vormittagen mich hergeben muss. (Was ihr vermutlich sogar gut tut: Zu merken ich kann auch mal ein par Stunden ohne Mama leben und mit anderen Menschen Spaß haben) So lernt sie mich als Mensch auch besser kennen. Wenn ich zurück denke an meine eignen Kindheit habe ich mich immer gefreut wenn meine Eltern tolle Sachen erlebt haben. Oder was tolles gemacht haben. Fröhlich waren dadurch. Dieses Glück ist dann auf die ganze Familie übergesprungen. Wenns nicht so doll bei ihnen lief und Unzufriedenheit in ihrem Leben da war ist das natürlich auch bei uns angekommen. Kinder wünschen sich zufriedene glückliche Eltern!
    ABER: ich finde, je nach Alter entsprechen eben in einem gewissen zeitlichen Rahmen. Dass ich im Moment eben nicht alles haben kann empfinde ich nicht als schlimm. So reifen die Ideen eben noch eine Weile. UND vor allem finde ich das eine Übung die es so im Leben nur in dieser Situation gibt: Die Kinder sind da. Können nicht ausgeschalten oder gekündigt werden…. Annehmen wie es nun eben einmal ist und trotzdem inneren Frieden finden. Das ist nicht einfach aber wenn ich es schaffe dann gibt es mir unheimlich viel. Fürs ganze Leben. Sehe die Tage an denen Du nicht annähernd schaffst was du gerne möchtest als eine spirituelle Übung. Eine Gelegenheit zu wachsen. Auch wenn es vielleicht in einer andern Richtung ist als Du es dir in dem Moment wünscht. So wie Du erwartungsfrei gegenüber deinen Kindern bist, es auch gegenüber deinen Lebensplänen sein. Nicht inhaltlich. Denn das bist DU aber vielleicht den Anspruch an die Menge (vorrübergehend) zu reduzieren.
    Ach ja und ein Minimum an Schlaf halte ich für mich für unentbehrlich.
    Genügend Schlaf, gutes gesundes Essen und frische Luft als minimale Grundvoraussetzungen.
    LG

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