Bedürfnisorientiert, Bindungsorientiert, Eltern, Freilernen, Kinder
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Kinder müssen nicht beschäftigt WERDEN!

Sie brauchen die Möglichkeit, es SELBST zu tun!

Es ist zwischendrin wirklich anstrengend mit einem Kleinkind, gerade weil viele Kinder in dem Alter meist nicht gut allein spielen können.

Ist das wirklich so?

Klar, Kinder sind verschieden!
Meine Erfahrung aber ist, wenn wir nur kreativ genug sind und ihnen wirklich spannende Möglichkeiten bieten, dann geht das durchaus mit dem „sich mal allein beschäftigen“- auch bei Kleinkindern.

Dazu braucht es nix Grossartiges, aber eben etwas von Interesse!

Für sie, nicht unserer oder Herrn Mattels Meinung nach!

Klar, bei kleinen Kindern klappt das sicher nicht für Stunden, aber für 2 Café reicht es locker😊

Kinder WOLLEN erforschen, wollen LERNEN.

Jedes Kind hat INTERESSEN!
Welche hat DEINES?

Jedes Kind braucht Zeit für sich!
Wann braucht sie DEINES?
Finde es heraus, denn das ist Deine ME-Time!

Animation braucht es nur, wenn es keinen Zugang zu etwas hat, was es WIRKLICH interessiert.
(->Meine Verantwortung dafür zu sorgen!)
Helfe nur, wenn Deine Hilfe gebraucht wird.
Wenn nicht, ertrage, den Anblick Deines sich mühendes Kindes!
Es leidet nicht- es lernt!

Willst Du es einfach?
Geh raus mit Deinem Kind!
Nicht auf den Spielplatz!
(Nichts gegen Spielplatz- gar nicht!)
RAUS!
NATUR!
Die für Dein Kind am besten vorbereitete Umgebung, die es geben kann.
Wie neulich bereits erwähnt:
Ungestört.
Ummanipuliert.
Zweckfrei.
Geht raus, und zwar ohne groß etwas mitzunehmen!
Esst vorher (zumindest wenn Ihr Kinder, wie meine habt, die ansonsten schon nach dem ankommen „stundenlang“ picknicken wollen, und uns so Spielzeit verloren geht, die dann hinterher beweint wird. Picknicken funktioniert bei uns am besten als „Einzelevent“).
Packt nur Wasser, Notfallsnack und Windel ein!
Es ist so ein tolles Gefühl, ausgehungert und müde vor lauter frischer Luft,
zuhause dann gemeinsam zu essen.
Erinnert Ihr Euch daran, früher?
Dieses hungrige Heimkommen?
Müde und glücklich?
Der Wunsch 3 Teller Milchreis zu verdrücken!
(Den man ganz entspannt schon vorher zubereiten kann…)
Unbezahlbar und echte Kindheitserinnerung!
Braucht es denn wirklich alle 10 Minuten eine Reiswaffel oder ein Quetschie?
Wenn ja, dann nimm halt doch die Wickeltasche mit!

Meine Gesellschaft biete ich IMMER, wenn gewünscht.
SELBSTBESTIMMT spielen, ohne ALLEIN zu sein!
Das Spiel begleiten heißt nicht immer unbedingt MITspielen.
Heißt auch nicht, dass es nicht wunderbar ist, gemeinsam Dinge zu tun
-ohne Frage und unbedingt.

Auch.
Nicht immer!
Nicht automatisch!

Bitte nicht falsch verstehen!
Für Kinder ist das gemeinsame Spiel auch Beziehung mit uns.
Wir können viel über sie (und sie über uns…) dabei erfahren.
Sie holen sich auch schlicht eine extra Portion Nähe ab,
durch das gemeinsame Spiel mit uns- das ist schön und wichtig!
Wenn ich mitspielen SOLL, dann tue ich das also.
Wenn ich Lust habe.
Bei dem ganz kleinen, auch ohne Lust…
Natürlich!

Ich bin aber achtsam, wie lange ich wirklich gebraucht werde, versuche mich zurückzuhalten, das Kind sein zu lassen und ziehe mich zurück, wenn ich nicht mehr wichtig bin.
Halte die Unzufriedenheit meiner Kinder aus, wenn ihnen gerade mal nichts einfällt.
Ich gebe ihnen die Chance sich daraus selbst zu motivieren, in sich reinzuspüren, was sie brauchen. Wollen.
Manchmal helfe ich.
Dezent.
Manchmal nicht.
Mama ist oft die einfache, bequeme Strategie.
(Total legitim! Wir haben es ja schliesslich alle gerne mal bequem…)
Nicht immer aber ist Mama auch die beste Lösung!
Für sich optimale Strategien zu entwicklen lernt ein Kind m.M., in dem ihm ermöglicht wird, verschiedene Strategien auszuprobieren.
Das wird es am ehesten tun, wenn die einfachste eben mal „nicht zur Verfügung“ steht.
Dazu ermutige ich, führt es doch für das Kind am Ende zu weitaus mehr Entscheidungsfreiheit.
Weniger Abhängigkeit.
Selbstbestimmung.
Wenn aber wirklich Mama gewollt ist, dann gibt es Mama- IMMER!

Dabei geht es für mich nicht nur um den Wunsch meiner Kinder, sondern eben auch um das Bedürfnis dahinter.
Bedürfnisorientiert nicht wunschorientiert!
Will ich wirklich mit Mama spielen, oder bin ich einfach nur zu müde, mir selbst was auszudenken und bräuchte vielleicht 1/2 Stunde mehr Mittagsschlaf.
Ist es einfacher, wenn Mama ein Puzzle aussucht, weil mich die Auswahl in meinem Regal überfordert und ausmisten würde mir viel mehr helfen?

Wie oft höre ich Mütter lästern „Schau mal, das arme Kind. Die Mama sitzt faul auf der Bank mit ihrem Handy, und die Kleine muss ganz allein spielen!“

„MUSS“?
Oder ist es vielleicht vielmehr ein „DARF“?

Wir verstehen uns oft als Animateur
und bringen unsere Kinder dadurch um das so
wichtige,
hingebungsvolle,
versunkene
ECHTE Spiel.
Die Situationen, in denen sie so unglaublich viel lernen, weil das Gehirn niemals aufnahmebereiter, als in diesen Momenten echten Interesses ist.
Eigenes, im Kind entstandenes Interesse.
Nicht schmackhaft gemacht!
Nicht UNSERE schöne Idee!

IHRE!

VORSCHLÄGE sind toll,
aber nur wenn sie wirklich lediglich
vorschlagen ohne dabei vorzugeben.
Offen lassen, was getan werden kann, KÖNNTE.
Keine leichte Aufgabe!
Trotzdem unsere.

Kinder, die wirklich spielen haben, so wie ich es erlebe, auch gar nicht soooo chaotische Kinderzimmer, wie sich gern beklagt wird.
Manche Kinderzimmer aber lassen ein Spielen gar nicht erst zu.
Verbieten es regelrecht.
Weil einfach ZUVIEL da ist.
Vorgabe erstickt Fantasie.

Spielen nicht möglich.
Dann entsteht Chaos, um sich wenigstens etwas Freiraum bei all dem vorhandenen Spielzwang, den diese zur Verfügung stehenden Spielideen nun mal vermitteln, zu erhalten.

Kennt Ihr das? Ihr habt Hunger und sitzt vor einer Menükarte mit 20 Angeboten.
Wie schwer ist es, bei all den Möglichkeit zu spüren, worauf man wirklich Lust hat?
Jedes Gericht will uns davon überzeugen, noch schmackhafter zu sein, als das andere.
Am Ende essen wir oft zuviel.
Schielen neidisch auf den Teller des Partners, der vielleicht doch was leckereres ausgesucht hat…

Gerade Spielzeug hält meiner Erfahrung allzuoft vom Spielen ab.
Vom echten Spielen eben- ohne Fremdidee, FREI!
Mit Dingen tun und lassen, was man will.
Dann wird wahllos rausgekramt, rumgeschmissen, alles kurz benutzt, nix richtig.
Alles zu langweilig, um sich länger damit zu beschäftigen. Zu aufregend, es zu ignorieren.

„Schatz spiel doch mit den Bauklötzen!“
„Nee, keine Lust zu bauen!“
Wer sagt denn aber, dass man damit nur bauen kann?
WIR!
Wahrscheinlich war es bei den meisten von uns mit das erste, was wir getan haben, sobald unser Kind sitzen konnte, dass wir 2 Klötze genommen, und aufeinander gestellt haben.
Und zwar BEVOR, das Kind von selbst hätte drauf kommen können.
Wagte es sich damit zu werfen, folgte ein promptes „Nein, damit wirft man nicht.!“

Wir bringen unsere Kinder um so viel eigene Erfahrung, und behaupten dann, wenn wir Ihnen erstmal beigebracht haben, wie man alles benutzt, dass sie keine eigenen Ideen haben.
Nicht kreativ spielen würden.

Beinahe jedes Teil im Kinderzimmer bellt, hupt oder klingelt.
Reizüberflutung hoch 10.
Manches bimmelt sogar, ohne, dass es angefasst wird- „Bespiel mich! JETZT“
Wie soll das Kind sich selbst dabei noch hören?
Seine innerer Spielstimme?
SEIN Interesse, wenn doch so viel
„Hör nicht auf Dich, das hier IST spannend!“ zur Verfügung steht.
Um seine Aufmerksamkeit buhlt.

Dann ist da noch das Toben.
Herrlich, WICHTIG!
Findet bei uns nur draußen statt.
Jederzeit. Gern!

Wild sein! Mit so wenig Einschränkung wie möglich. Die eigenen Möglichkeiten erleben, möglichst frei von Grenzen, die nicht die kindlichen sind.
Drinnen schwerlich möglich.
Auch stresst der Lärmpegel, den diese Art des Spiels nun mal naturgemäß verursacht in geschlossenen Räumen, die Kinder viel zu sehr.
Draußen verfliegt, was zuviel ist,
bleibt, was genug ist.

Indoorspielplätze?
Puh!
Egal, ob das Kind vermeintlich viel Spaß dabei hat- es ist und bleibt Stress.
Viel.
Wozu?
Einige Kinder kommen zwar prima zurecht in diesen Einrichtungen.
Können gut ‚dichtmachen‘.
Beim Spielen aber ‚dichtzumachen‘ halte ich für kontraproduktiv.
Denn so bleibt das Zuviel zwar draußen, aber mit ihm auch so manche potentielle Bereicherung.
Ein Interesse, wie sich die Gummimatte beispielsweise anfühlt, kommt gar nicht erst auf.
Selbst so banales, wie, dass es viel zu warm in dem Pulli ist, man stark schwitzt, und ihn eigentlich lieber ausziehen möchte, wird nicht wahrgenommen.
KANN nicht wahrgenommen werden.
Statt gespielt und getobt, wird wahllos herumgeirrt.
Wild zwar, aber nicht selbst getrieben.

UNFREI!
Getrieben von Krach und Stimmung der 30 anderen, die schubsen, drängeln, weinen.
Und klar, auch lachen!
Auch lachen baut übrigens Stress ab…

Sicher nicht mega schädlich, aber für meine Kinder
dennoch meistens zuviel Input,
und mir keine 10,- Eintritt wert.
Einfach weil unnötig.
Für uns.
#keinindoorspielplatzbashing

Und manchmal, da WOLLEN (und SOLLEN) sie sich einfach langweilen.
Einfach nur SEIN- dann müssen wir sie sein LASSEN.
In RUHE!

Es braucht Feingefühl zu spüren,
was gerade benötigt wird,
liegt also an uns- wie so oft 🙈

Anbei meine Lösung (Instastory), wie ich heute zu meiner morgendlichen Koffeindosis gekommen bin- in Ruhe und ganz EINFACH, mit einem allein spielenden Kleinkind💪🏾.

Bedürfnisorientiert für Alle- auch für Mama.

Das ist AP für mich und die beste BURNOUTVORSORGE!
Alles was es braucht ist KREATIVITÄT und (SELBST)LIEBE.

Wirklich❤️

Habt einen schönen Tag!

Zum Titelbild:
Mit einer echten „MIXI“ beispielsweise, spielt es sich so unglaublich viel besser, als mit der kleinen, orangefarbenen Plastikversion, die wir natürlich sich haben… So ist es ja nun nicht!

VIDEO:

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