freiWerden
Was soll das überhaupt sein?

Warum "freiWERDEN" und nicht bspw. "Freilernen"?
Ich möchte mich beim Thema Schule, Kita und Lernen generell keiner Gruppe zuzählen.
Wir sind weder Freilerner, noch Home- oder Unschooler.
Ich verfolge diesbezüglich weder eine bestimmte Methode noch einen klassifizierbaren Lebensweg, der uns einer der zahlreichen Communities zuordnen könnte.

freiWERDEN- frei sein, zu werden, wer und was immer man sein möchte!

Für uns als BO-Familie, haben wir nach einem authentischen Weg gesucht, das Thema "Kindliche Bildung" in unser Leben zu integrieren. Als Familie, die die Freiheit jedes Einzelnen, als essentiellen Wert eines respektvollen Miteinanders versteht. Der Eltern aber auch die Freiheit der Kinder- frei in ihren Möglichkeiten, trotz naturgegebener Abhängigkeit von uns Erwachsenen!

Das Thema Freiheit umfasst natürlich gerade in Bezug auf Kinder, zu einem Großteil auch den Aspekt des Lernens, der meiner Auffassung nach weder angetrieben noch verstärkt werden muss. Der Wunsch, das Streben nach Wachstum (=Werden) ist unser menschlicher, naturgegebener Antrieb. Leider wird Kindern in der Regel meist früher, manchmal auch etwas später, ihr gesetzlich verankertes Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung (Artikel 2 des Grundgesetzes!) abgesprochen und im gleichen Schritt damit dieser natürliche  Werde- und Lernprozess gestört oder gar beendet. Selbst bei sehr bedürfnisorientiert aufwachsenden Kindern, wird spätestens mit Schulbeginn aus dem von kindlicher Neugierde angeregten, und so von  innen heraus motivierten Lernen, eine zweckdienliche, oftmals erzwungene Sache. Eine Notwendigkeit, die ein Kind in erster Linie leider häufig nur tut, weil es sie tun muss, und sie ihm dazu dient, gute Noten und mit diesen Anerkennung zu erhalten.
Dies halte ich in der üblichen Form, wie kindliche Bildung forciert wird, weder für richtig und schon gar nicht für insoweit notwendig, als dass ich eine Schulpflicht, wie wir sie kennen, als gerechtfertigt sehe.

 

Das häufige Problem mit der Erziehung

Die uns allen (zu recht) so wichtigen Fähigkeiten, wie Empathie und soziales Verhalten beispielsweise, kann man meiner nicht nur Überzeugung, sondern auch Erfahrung nach, keinem Menschen erzieherisch „beibringen“. Man kann Kinder nicht aktiv zu mitfühlenden Wesen ‚machen‘. Diese Softkompetenzen bilden sich genau so heraus, wie wir sie unseren Kindern, und unter kindlicher Beobachtung auch anderen Mitmenschen inklusive uns selber, entgegen tragen.

Üblicherweise wird auf unangepasstes kindliches Verhalten missbilligend, korrigierend und mit Sanktionen reagiert, statt auch (gerade!) jetzt annehmend und mitfühlend auf das Kind einzugehen. Wie aus dieser Erfahrung, welche die meisten Kinder mehrmals täglich machen, empathisches Verhalten erwachsen soll, ist mir schleierhaft. Da Kinder überwiegend durch Vorleben, schlicht Verhalten durch Nachahmen übernehmen, lernen sie dadurch nicht , was man ihnen, in sicherlich zwar guter erzieherischer Absicht, vermitteln möchte. Sie lernen ganz einfach das, was sie dabei real erfahren:

 

  • Wer die Macht hat bestimmt.
  • Gefühle zeigen ist nicht erwünscht.
  • Ich werde mehr gemocht, wenn ich anders bin.
  • Wie ich bin, ist es nicht richtig.

 

Sie schlussfolgern: Ich muss mich ändern, um zu gefallen. (Wie es von allzu vielen Erwachsenen heute gelebt wird- leben, um (anderen) zu gefallen- ganz so, wie es uns selbst von kleinauf nahegelegt wurde.) Auf die Weise formen wir uns gut erzogene, brave Bürger der Gesellschaft. Menschen, die gelernt haben sich anzupassen und mehr oder weniger gut in der Lage sind, gewünschtes Verhalten abzurufen.
Wer will das?
Wem dient das?
Wie moralisch ist es, Kinder zum Erziehungs-Objekt zu degradieren?
Wie würdevoll? Tönt es doch allerorts stets "Die Würde des Menschen sei unantastbar!" Das scheint, wenn überhaupt, lediglich für große Menschen zu gelten.

 

Kinder sind kein Mittel zum Zweck- außer ihrem eigenen!

 

Wahrhaft emphatische Menschen, die sich wirklich in andere einfühlen können, statt lediglich „Tut mir leid!“, „Bitte!“ und „Danke!“ auf Knopfdruck abzuspulen, gibt es wenige. Mit ein Grund, weshalb die Welt ist, wie sie ist. Sie wird so bleiben, wenn sich an unserer Sicht auf die Kindheit nichts ändert.

Ein Kind, welchem wertschätzend begegnet wird, übernimmt automatisch genau diesen Blick auf andere Menschen.

Erziehung muss demnach vielmehr bedeuten, selbst das zu sein, was wir von unseren Kindern wünschen. Vor allem könnten wir dann endlich damit aufhören, von ihnen überhaupt irgendetwas zu wünschen und ihnen stattdessen vertrauen - sie freiWERDEN lassen.

 

Wir Eltern müssen zunächst (wieder) FREIwerden,
damit unsere Kinder freiWERDEN können.

 

Um das gesellschaftsfähig zu machen, bzw. überhaupt zu verbreiten, habe ich die My Free Child - Kampagne gegründet.


 

freiWerden auf FreeFamily.rocks

Mir geht es um das Thema Kindheit, Sein und Werden (=Lernen).
Konkret hier am Blog um Sein und Werden/Lernen meiner Kinder in unserer Familie und in Kindergarten und Schule (oder eben auch nicht!).
Untrennbar verbunden mit meinem Elternsein und Werden (=Lernen).
Runtergebrochen dreht es sich somit also um das Thema Menschsein.
Sämtliche Artikel und Beiträge mit meinen Gedanken und Erfahrungen dazu, erscheinen  künftig in der folgenden Blogkategorie: