Bedürfnisorientiert, Eltern, Familie, Kinder, Unerzogen
Schreibe einen Kommentar

Und TROTZDEM- kein Kind MUSS Händewaschen!

(Warum? Weil es darum gar nicht geht!)

WOW!

Wie schön, dass mein Artikel so viele von Euch berührt hat- ganz egal auf welche Weise!

Bis heute habt Ihr ihn nach nur 3 Tagen bald 2000 Mal geteilt und es haben sich über 600 neue Menschen bei Facebook zu FreeFamily.rocks gesellt- toll ist das!
Vielen vielen Dank- ich freue mich total über die Resonanz.

Auf all die Kommentare, die besagen, ich propagiere, Kinder sollten sich weder Hände- noch Haarewaschen und stattdessen mit verlaustem Kopf und vergammelten Zähnen verwahrlost und alleingelassen durch die Welt spazieren, werde ich bewusst nicht eingehen, da ich in all diesen Fällen davon ausgehe, dass mein Artikel nicht, oder nicht zu Ende gelesen wurde.

Ich mache das hier vor Allem für die Menschen, die Bock haben Zusammenhänge in Bezug auf ihr Familienleben zu hinterfragen. Menschen, die genau, wie ich, den Schmerz aushalten wollen und können, sich aufrichtig mit sich selbst auseinanderzusetzen. Menschen, die ich hoffentlich durch das Teilen meiner Sichtweisen inspirieren kann, und die mich umgekehrt ebenso inspirieren.
Der Austausch mit Euch Allen ist so eine Bereicherung!

Mitlesen darf selbstverständlich Jeder, respektvolle, konstruktive Kritik üben ebenso- die beispielsweise Betitelung „Geisteskranke“ verbiete ich mir jedoch.
Kommentare auf diesem Niveau werden wortlos gelöscht, da ich sie als nicht hilfreich erachte.

Andere Meinungen und Sichtweisen sind mir aber selbstverständlich grundsätzlich immer willkommen.

Wie DU etwas machst interessiert mich sehr- wie MAN etwas zu tun oder zu lassen hat dagegen gar nicht. Demnach darf bitte darauf verzichtet werden mir all diese „Man muss!“-Phrasen mitzuteilen.
Warum? Es interessiert mich einfach nicht, denn ich bin Olivia, und keines meiner Kinder hört auf den furchtbaren  Namen „Man“.

Da ich leider unmöglich, so gern ich das auch von Herzen tun würde, auf all Euer anderes, spannendes Feedback eingehen kann, versuche ich hier zumindest einmal die am häufigsten aufgetretenen Fragen zu beantworten, da ich diese selber ebenfalls als äusserst wesentlich betrachte.

Die Frage, die mir diese Woche quasi stündlich und meistens beinahe ungläubig gestellt wird, ist die nach der konkreten Umsetzung des gleichwürdigen Umgangs mit unseren Kindern im Alltag.
Hinzu kommt immer wieder die Frage „Was ist dieses Unerzogen eigentlich genau? Was bedeutet Gleichwürdigkeit im Umgang mit Kindern ganz konkret“
Diese beiden Punkte werde ich hier etwas beleuchten und nebenbei auch auf den für mich nicht akzeptablen Umgang mit gegensätzlichen Meinungen auf meinen Seiten eingehen.

Ganz grundlegend ist die Art der Elternschaft, die ich beschreibe im Gegensatz zu anderen (Erziehungs-) Methoden eben genau das nicht- es handelt sich nicht um ein Methode.

Somit kann es kein Konzept geben, keine Handlungsanweisungen, kein „So macht man das!“. Das macht es allerdings nicht schwammig, sondern erst einmal nur komplex statt einfach!

Jede Beziehung, auch die Beziehung zu unseren Kindern, beginnt bei mir selbst.
Wenn ich mich auf den Weg machen möchte, in ein wirklich freies Familienleben, in gegenseitigem Respekt voreinander- ganz unabhängig vom Alter, sondern einfach, weil Menschenrechte und Menschenwürde nicht an eine Zahl gekoppelt sein dürfen, dann muss ich unbedingt bei mir selbst beginnen.

Wenn ich meinem Kind also einfach nur „erlaube“ zu machen, was es will, alles selber zu entscheiden, wie es lustig ist, dann lasse ich es schlichtweg allein.
Das ist Laissez-faire und somit verantwortungslos- weit weg von einem beziehungsorientierten Umgang, um den es mir hier geht.
Dazu möchte ich anmerken, das ein „Jemandem etwas zu erlauben“ ohnehin schon ein Machtgefälle voraussetzt und allein deswegen in einer gleichwürdigen Beziehung nicht stattfinden kann. (Dazu gern an anderer Stelle mehr.)

Trete ich meinem Kind aber aus tiefster, innerer Überzeugung auf Augenhöhe gegenüber, betrachte es als richtig, so wie es ist und nehme es als vollwertigen, wenn auch kleinen Menschen an, dann gestehe ich ihm aus genau dieser Haltung heraus sein naturgegebenes Recht auf Selbstbestimmung zu.
Das mag auf den ersten Blick gleich erscheinen, ist aber dennoch sehr wohl ein großer Unterschied.
Ich bin in engem Kontakt mit meinem Kind, begleite es und vertraue ihm so sehr, dass ich von der Macht, die ich zwar habe es zu übergehen, keinen Gebrauch mache. Nicht machen muss.

In einer wertschätzenden Beziehung kommuniziert man miteinander. Führe ich nun eine wertschätzende Beziehung mit einem Menschen, egal ob Kind oder Erwachsener, dann haben Befehle und Bevormundungen in unserer Kommunikation keinen berechtigten Platz. Finden sie trotzdem statt, schaden sie der Beziehung.
Positive, vertrauensvolle Beziehungen können nicht entstehen, wo es um Macht und Autoritäten geht.

Im Übrigen ist genau das ein großes Thema, das Familientherapeuten heute mit ihren zahlreichen Patienten immer wieder aufarbeiten müssen- Wunden, entstanden durch Bevormundung, fehlender Wertschätzung und Mangel an Vertrauen und vor allem nicht stattgefundener, echter Kommunikation mit den Eltern in der eigenen Kindheit.
Kurz- die Abwesenheit von wertschätzender Beziehung!
Warum ist das so, wenn diese klassische Art der Erziehung doch so verdammt gut funktioniert?

Wenn es tatsächlich so wäre, müsste die Welt dann nicht eine andere sein?

Es ist mir daher absolut unverständlich, woher diese Angst kommt, Kinder, die nicht erzogen werden, würden zu egoistischen, narzisstischen Tyrannen heranwachsen.

Noch egoistischer als es ein Großteil der Gesellschaft heute ist?
Ein Großteil, der doch so gut erzogen wurde?

Das hier ist nicht der einfache Weg, sondern extrem viel Arbeit, vor allem an uns selbst.
Hinschauen dort wo es weh tut anstatt all meine anerzogenen Glaubenssätze eisern zu verteidigen. Mich zu verteidigen. Natürlich ist es bequemer Dinge, die mir nicht gefallen, unangenehm sind als Unsinn abzutun.
Und hey- wenn ich nun mal einfach keinen Bock habe, Dinge und besonders auch mich selber immer wieder auf’s neue ehrlich zu durchleuchten, dann ist das vollkommen legitim.

Nur- ganz wichtig- dann ist ein Leben ohne Erziehung ganz klar nichts für Dich!

Ich habe Respekt vor (beinahe) jedem Lebensmodell, aber beispielsweise als Fleischesser auf Facebook-Veganer-Seiten herumzulungern und unter jeden Tierschutzpost ein „Fleisch schmeckt aber trotzdem, ätsch!“ zu posten ist zwar durchaus zulässig, mir entbehrt es aber jegliche Erkennung einer auch nur ansatzweisen konstruktiven Motivation dahinter.

Ich bin sehr für Kritik, vorausgesetzt ihr obliegt eine weiterbringende Absicht.
Wo finde ich diese in Aussagen, wie „Du bist doch irre, man muss die Gesellschaft vor Kindern wie Deinen schützen!“ ?
Es ist interessant, wie aggressiv und persönlich Menschen teilweise auf die doch erstmal nur allgemeine Annahme, dass Erziehung letzten Endes eine Form von Gewalt am Kind ist, reagieren. Getroffenen Hunde bellen. Das weiß man und das ist auch nur natürlich.
Auch ich würde wohl laut aufjaulen, wenn ich bemüht bin mein Bestes zu geben, und es käme Jemand daher und würde sich wagen mit einem Wisch all meine Überzeugung, all das, was mich ausmacht, wofür ich stehe, in Frage zu stellen.
Verstehe ich- nur beißen muss man nicht, das geht zu weit- Danke!

Der bewußte Verzicht auf Erziehung ist ein höchst moralisches, durch und durch ideologisches Thema, dem eine bestimmte Weltanschauung, eine ganz bestimmte Sicht auf den Menschen, das Kind an sich zugrunde liegt.
Es ist schlichtweg nicht möglich ein „bisschen“ Gleichwürdigkeit zu leben. Ich kann nicht für „ein „bisschen Freiheit“, ein „bisschen Gleichberechtigung“ sein.
„Fast“ frei ist unfrei und „beinahe gleichwürdig“ ist Diskriminierung!

Daraus ergeben sich natürlich, gerade, wenn man mit dieser Betrachtungsweise nicht vertraut ist, die eigene Haltung zu besagten Dingen eine komplett andere ist, Unmengen an Fragen, Unklarheiten und Zweifeln. Gerade in Hinblick auf die Umsetzung all der theoretischen Sichtweisen im wirklichen Leben mit unseren Kindern.

Es mag scheinen, als wäre das alles lediglich ideologisches Wohlfühl-Geschwätz. Etwas, was nur Mütter ohne Job und keinem Leben außerhalb der Familie wirklich ernst meinen könnten. Hippies halt…

Stopp- dem ist nicht so!

Deine ganz persönliche Lebenseinstellung ist nicht abhängig von Deinem Job und Deinem Umfeld. Deine Haltung obliegt ganz allein Deiner Entscheidung und somit Deiner Verantwortung.

Ich begegne meinem Kind auf Augenhöhe, aus einer gleichwürdigen Haltung heraus.
(Was das genau bedeutet, könnt Ihr gern hier nachlesen.)
ALLES, was ich aus eben dieser Haltung, sofern ich wirklich klar in ihr bin, tue entspricht ihr.

Darum geht es mir! Sich selbst und sein Handeln aufrichtig zu betrachten, und den Alltag in Harmonie mit den individuellen Bedürfnissen aller Familienmitglieder (auch den eigenen Bedürfnissen übrigens!) und seinen persönlichen Moralvorstellungen zu gestalten.

Deshalb KANN ich Euch keine expliziten praktischen Anweisungen geben, wie ihr Eure Beziehungen zueinander, zu Euren Kinder leben sollt.

ABER: Natürlich können wir einander über die Schulter schauen, uns inspirieren lassen.
Schauen, wie es andere machen kann durchaus hilfreich sein.
Immer im Hinterkopf, dass es nie nur eine Möglichkeit gibt einander in Liebe und Gleichwürdigkeit zu begegnen. Immer aber geschieht dies weit ab von Machtausübung und Autorität in jeglichen Formen.

Dazu wird es ab heute Abend ein Posting oben auf meiner Facebookseite geben, unter dem Ihr all Eure konkreten Praxisfragen posten könnt.
Bezugnehmend auf die, die dort am häufigsten zur Sprache kommen, werde ich dann gern in jeweils separaten Artikeln versuchen konkrete MÖGLICHKEITEN aufzeigen.
Aber nochmal- fixe Handlungsabläufe wird es nicht geben können.

Ich werde dafür eine neue Kategorie auf meiner Website anlegen- unter „Freies Familienleben“ findet Ihr dann den Unterpunkt „Gleichwürdig im Alltag“.

Ich hoffe Euch damit zumindest etwas weiterhelfen zu können.

Ich freue mich und bin gespannt!

O*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

acht + fünf =