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Familienbett- nix für mich! (Aber ich liebe es…)

Keine Hand frei? Kein Bock zu lesen?
Easy- Ich lese Dir gern vor!

Eines vorweg- ich bin absolut pro Familienbett.
Es soll hier aber grade auch gar nicht um all die Vorteile und wirklich mehr als nur guten Gründe für das gemeinsame Nächtigen gehen, dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf eine meiner Lieblingsseiten zu verweisen:
www.geborgen-wachsen.de von Susanne Mierau. Einfach oben in der Suche „Familienbett“ eingeben. Es lohnt sich übrigens sehr die Links in den Texten anzuklicken, man kann sich auf die Art zwar bestimmt locker ein Stündchen auf der Homepage herumtreiben, bekommt aber einen wirklich sehr umfassen Überblick zum Thema und kann sich zudem durch wunderschöne Bildergalerien mit selbstgebauten Familienschlafstätten klicken.

Mir geht es heute allerdings um einen komplett anderen, besser gesagt „meinen“ persönlichen Aspekt dazu.

Ich liebe die Nächte im Familienbett. Wirklich! Ich liebe es, dass meine Kinder (die zwei Kleinen) Nacht für Nacht an mich gekuschelt schlafen dürfen. Ich spüre und weiß, dass sie sich dadurch unglaublich sicher und geborgen fühlen. Zudem schlafen sie um ein Vielfaches besser, als sie es in ihren eigenen Betten alleine tun. Ich finde es schön, dass sie so selbst an Tagen, an denen es vielleicht mal etwas stressiger abläuft, ich viel arbeiten muss oder sonst etwas ist, weshalb Körperlichkeiten und Nähe möglicherweise etwas auf der Strecke bleiben, dennoch ein Minimum von durchschnittlich 5-6 Stunden Körperkontakt mit Mama haben.
Ich liebe es einfach.
Für SIE.
Nicht für mich.
Für mich ist dieser nächtliche Körperkontakt vielmehr der Grund, weshalb ich seit 4 Jahren ziemlich schlecht, teilweise gefühlt gar nicht schlafe.
Weshalb ich Morgen für Morgen gerädert aufwache, mit schmerzendem Arm, Nacken oder sonst irgendeinem Körperteil, das mir weh tut.

Es wird ja immer darauf verwiesen, dass Familienbetten unbedingt groß genug für alle sein sollten, man Trennungen einbauen kann und, und, und… Klingt erstmal logisch- für uns allerdings nur in der Theorie, denn- unser Bett könnte 10×10 Meter sein, meine Kinder schlafen IMMER an oder auf mir- meiner Erklärung nach aus der Not heraus, dass „IN“ mir ja nun mal leider nicht mehr geht… Trotzdem versuchen sie jede Nacht scheinbar in mich hineinzukriechen, und zwar auf Teufel komm raus.
Da kann man Trennwände im Bett bauen, wie man lustig ist- es hilft alles nichts.

Bei uns ist es so, dass Bobby (4) zwar zeitgleich mit Kannee (1,5) schlafen geht, er aber der erste im Familienbett ist. Kanne schläft bis ich schlafen gehe erst mal ein Ründchen schaukelnd in seiner „Nonomo“ (Keine bezahlte aber auf jeden Fall von Herzen Werbung- ohne das Teil wäre ich aufgeschmissen!) und stößt dann etwas später dazu. Bis ich komme liegen die Zwei kreuz und quer im kompletten Bett verteilt. Soweit so gut.

Sobald ich mich dann aber dazu geselle dauert es keine 3 Minuten, bis sich erst der Eine, dann der Andere an mich schiebt, und beide beginnen, gefühlt die gesamte Nacht hindurch an mir herum zu „fuhrwerken“.
Finger ins Ohr, in die Nase, Haare streicheln, Busen grabschen, Bauchnabel pulen- das volle Programm.

Es mag sein, dass mein Kinder vielleicht irgendwie „extrem“ sind, aber zum Einen glaube ich das nicht wirklich und selbst wenn- es ist ja nun mal dennoch so.
Ich muss dazu sagen, ich war noch nie Jemand, der aneinander gekuschelt oder gar begrabbelt einschlafen geschweige denn durchschlafen konnte- vor meinen Kinder durfte das Niemand ;-)(…)

Manchmal, wenn es wirklich gar nicht mehr geht, und ich das Gefühl habe, dass ich statt lieber Mama eher Meckertante bin, meine Augen brennen als hätte ich 2 Tage durchgeflennt und auch so aussehen, dann bitte ich meine Tochter, dass sie 1, 2 Nächte übernimmt. Das macht sie gern und sie ist dazu die Einzige, die als Alternative von den Jungs akzeptiert wird.
Papa ist toll, tagsüber.
Nachts- nö, zu haarig, zu was weiß ich nicht noch.
Das Gemeine ist, kennt Ihr ja ganz bestimmt selber, was passiert in dieser heiligen Nacht, in der ich durchschlafen KÖNNTE? Jep, ich wache alle 2 Stunden auf, weil meine innere Uhr das scheinbar genau so gespeichert hat und bin morgens um spätestens 6 hellwach, während alle, selbst die Beiden die sonst wirklich immer absolut verlässlich bereits um genau diese Uhrzeit kerzengrade im Bett sitzen, noch friedlich schlummern.

Warum wir das trotzdem seit so langer Zeit praktizieren?
Weil ich es meinen Kindern von Herzen gönne. Noch macht mir dieses Schlafdefizit unterm Strich weitaus weniger aus, als es mir schwerfallen würde meine beiden Pupsis gegen ihren Willen in ihre eigenen Betten zu schicken.
Klingt so niedergeschrieben total nobel von mir, wenngleich ich ganz ehrlich zugeben muss, dass das weniger aufgrund der Motivation zur Selbstaufopferung für meine Kinder geschieht, als dass es wohl vielmehr der Tatsache geschuldet ist, dass ich eben ganz offensichtlich noch kann- sich zwischendurch mal auszuheulen und auf etwas Mitgefühl zu hoffen, kann da natürlich trotzdem manchmal Wunder wirken…

Was ich aber unbedingt dazu sagen will ist, dass es ganz genauso ok ist, wenn es Dir so oder so ähnlich geht und Du es eben nicht mehr „aushalten“ kannst oder magst.
Keiner muss das durchziehen.
Es heisst Familienbett und darin sollten sich alle wohlfühlen. Wer das nicht tut, sollte GUTEN GEWISSENS daraus „ausziehen“ dürfen oder eben andere Lösungen finden, die für alle besser passen.
Wir z.B. überlegen aktuell, ob wir die Boys, sobald Kannee im Dezember 2 ist nicht einfach gemeinsam in eine Art Geschwisterbett umquartieren. So wäre dennoch keiner allein und einander stören sie nicht beim Schlafen, im Gegenteil da werden gegenseitig Händchen gehalten und Füsschen abgeschleckt…
Aktuell hätte ich da noch etwas Sorge, dass vielleicht Decke, Kissen oder der Große selbst auf dem Bruder landet.

Wir werden sehen, vielleicht jammere ich, wenn es soweit ist hier dann auch wieder ein bisschen rum, weil so verdammt viel Platz im Bett ist beispielsweise und schleiche dann einfach ab und zu mal bei den Zweien rein, um zu fragen „Hey, wie schaut’s aus- Bock heute nacht bei Mama zu schlafen?“ Und Beide dann so „Nee, lass ma gut sein, Mami- man kann nicht in Ruhe schlafen bei Dir, weil Du Dich immer so ankuschelst und die ganze Nacht fummeln musst- das nervt voll!“ (…)

Mit dieser bei allem doch auch traurigen Vorahnung geniesse ich die kommenden Nächte nun noch ein Weilchen und versuche all diese dennoch innigen Momente abzuspeichern, um im Fall der Fälle, dass ich irgendwann nicht mehr im Bett gewünscht bin, davon zehren zu können.

Am Beispiel meiner 2 Großen weiß ich sicher- dieser Moment kommt bestimmt.

Wer dieses Problemchen kennt, und Tips hat gegen eingeschlafene Gliedmaßen zum Beispiel- ich würde mich wirklich sehr darüber freuen- also, gern her damit!
Aber auch ein „Hach, Olivia- mir geht es ganz genauso!“ würde ich nehmen <3

Ich wünsche uns allen eine gute Nacht,

O*

10 Kommentare

  1. Sylvia sagt

    Hallo Olivia,

    ich lese erst seit kurzem deine Berichte auf deinem Blog. Sie sind sehr unterhaltsam und machen definitiv Mut auf sein Mama Herz weiterhin zu hören. Es gibt viele in meinem Umfeld, die mir erzählen wollen, wie schlimm es ist, dass unsere kleine Tochter mit 16 Monaten in unserem Bett schläft und sogar noch nicht durchschläft :-/
    Das nervt und an vielen Tagen kann ich das aushalten doch an manchen Tagen habe ich einfach keine Lust mich damit bzw. den Menschen auseinander zu setzen.
    Aus meiner Sicht ist das Familiebett sehr wichtig fürs Kind und es ist wie du sagst für die Mutter kein erholsamer Schlaf. Dafür aber umso schöner, wenn meine Tochter mal wieder auf mir drauf schläft und ich innerlich aber total unruhig bin und sie mir aus dem Tiefschlaf heraus viele Küsse auf den Arm oder egal wohin gibt. Das ist ein inniges Gefühl der Geborgenheit, dass sie dann ausstrahlt und im Unterbewusstsein weiter gibt. Ich erwarte im August das Zweite und mein Mann und ich sind uns zum Glück beide einig, dass auch diese Maus mit bei uns schläft. Inwieweit das gut klappt werden wir dann ja sehen 😉
    Daß an mir rum fummeln kenne ich nur zu gut ; -) manchmal geht mir das tierisch auf die Nerven und dann stehe ich kurz auf trinke was, strecke mich und genieße fünf Minuten auf unserem Balkon die Luft und gehe dann wieder ins Bett und kann viel besser schlafen 🙂 trotz rum gefummel 🙂
    Ich finde es super, dass du schreibst, dass jeder die Art und Weise wie das Familienbett gestaltet wird oder auch nicht für sich selbst entscheiden muss. Und jaaa es ist sehr wichtig, dass alle sich wohlfühlen!!! Mein Mann hat immer super Nächte ; -) aber ich wünsche mir für mich und meine Kinder bis jetzt nichts anderes und weiss, dass sie es brauchen. Und mal ehrlich ich auch trotz nicht so gutem erholsamen Schlaf. Ich genieße die Nähe (mal mehr mal weniger) aber ich weiss auch wie schnell es dazu kommt, dass sie sagen werden Mama ich möchte alleine schlafen. Ich habe und werde in meinem ganzen Leben genug Schlaf alleine haben und es ist ein Bruchteil dessen, was ich geben möchte und kann.
    Ich freue mich sehr über weitere Artikel von dir!!!
    Con cariños Sylvia

    • Olivia sagt

      Hey Sylvia,
      Danke für Deinen lieben Kommentar- ich freue mich, dass Du Dir hier was mitnehmen kannst für Dich- schön <3
      Ach, das kenne ich auch zu gut- auf Durchzug schalten, wenn man keine Energie oder Lust zu erklären hat.
      Rechtfertigen musst Du Dich niemals- wen es interessiert, dem erkläre ich gern wieso, weshalb, wer motzen will darf das gern woanders tun 😉
      Du, das mit dem kurz mal Aufstehen und an die Luft, das probiere ich mal- klingt gut! Dankeschön*
      Dein letzter Satz, dass wir noch soviel Zeit zum Schlafen hatten und haben werden ist so wahr, gut sich ab und an daran zu erinnern...
      Un saludos,
      O*

  2. Liebe Olivia,

    Hut ab, dass du das durchziehst, obwohl du dabei so schlecht Erholung findest! Wir schlafen auch im Familienbett, mein Mann im Hochbett mit der Großen und ich mit den zwei Kleinen im unteren Bett. Dieses Herumfummeln ist mir auch nicht angenehm. Eine Zeit lang habe ich mit BH geschlafen und ein Stilltuch darunter geklemmt, weil mich das Befummeln meiner Brüste so störte.

    Ansonsten genieße ich das gemeinsame Schlafen schon sehr und würde es nicht missen wollen. Ich kann darin auch wunderbar (durch)schlafen und fühle mich morgens erholt.

    Dennoch denke ich genau wie du, wenn man als Eltern im Familienbett nicht zur Ruhe kommt, kann man guten Gewissens nach einer alternativen Lösung suchen. Die Kinder im eigenen Bett in den Schlaf begleiten oder Geschwister zusammen schlafen lassen … Aber das ist wohl leichter gesagt als getan, wenn man seinen Kindern eigentlich ein Maximum an Geborgenheit schenken möchte.

    Ich habe zum Thema Familienbett auch einen Artikel geschrieben. Aber eher, um Familien darin zu bestärken, da man bei uns ja heute leider immer noch viel Kritik erntet, wenn man die Kinder zu sich ins Bett nimmt:
    http://greenmom.eu/2017/03/31/sicherster-schlafplatz-fuer-kinder/

    Liebe Grüße

    Shani
    www,greenmom.eu

    • Olivia sagt

      Hey Shani,
      Ach, es tut schon gut verstanden zu werden <3
      Greenmom- das klingt nach meinem Geschmack- da schau ich doch gleich mal vorbei!
      Schön, dass Du hier bist!
      GLG,
      Olivia*

  3. Hallo Olivia,

    bitte sehr. Ich verstehe dich sehr, sehr gut. Wir haben 2,70m Familienbett, trotzdem brauchen wir zu dritt davon ca. einen Meter.
    Und manchmal, so Nachts um 3 ertrag ich das angekrabble nicht mehr. Dann vibrieren meine Nerven. Dann könnte ich einen tränenreichen Nervenzusammenbruch wegen Schlafmangel und Fremdbestimmung erleiden, geht aber nicht, weil sonst würde ich ja meine beiden Jungs wecken. Ich halte also still und bin eine gute Mummy-Matratze. Und der Moment verfliegt, irgendwann dreht sich der große Kleine so, daß ich sein süsses, entspanntes Gesichten sehen kann und der Kleine schmatzt an seinem nicht vorhandenen Schnuller. Dann bin ich die zufriedenste und glücklichste Mummy-Matratze der ganzen Welt.
    Wenn mein Großer jetzt entscheiden würde, ab morgen in seinem Bett zu schlafen, wäre das ganz tragisch für mich. Wenn er manchmal in der anderen Ecke des Bettes liegt, und böse ist mit mir, ist das schon schwer zu ertragen. Und ich liege wach, bis er an mich ran kullert.
    Somit ist das Familienbett ein ständiger Zwiespalt. Aber ich kann ohne meine zwei kleinen Herzteilchen nicht schlafen.

    P.S. bei uns taugt Daddy auch nicht zum Einschlafen.

    Grüsse
    Mama DoppeltePortion

    • Olivia sagt

      Hey,
      DAs hast Du ziemlich auf den Punkt beschrieben- Zwiespalt trifft es wirklich gut…
      Mumm-Matratze :-)… Da musste ich grade laut lachen- aber auch das ist mehr als zutreffend- das Wort merke ich mir…
      Danke für Deinen Kommentar!
      Grüße so von Mummy-Matratze zu Mummy-Maztatze,
      O*

  4. MomToBe sagt

    Ich lese hier auch interessiert mit, auch wenn ich (noch) keine Mama bin.
    Das Konzept des Zusammenschlafens finde ich auf der einen Seite toll und sinnvoll.
    Eine Frage stellt sich bei diesen Familienbetten jedoch immer:
    Kommen die Eltern als Paar in der Familienbett-Zeit nicht zu kurz?
    Mir ist klar dass die Zweisamkeit sich so oder so reduziert, gerade in der ersten Zeit ist man wohl für jede Sekunde Schlaf dankbar, und ratzt weg, auch ohne dass das Baby bei einem läge, und woanders im Netz las ich auf eine ähnliche Frage den Hinweis, dass man die Sexualität ja nicht nur im Bett leben müsste.
    Alles richtig, aber wenn ich mir vorstelle das Bett drei Jahre oder länger mit Kindern zu teilen.. Kommt da nicht die Zweisamkeit und Privatsphäre als Paar zu kurz?
    (Das liest sich jetzt egoistischer, als ich es meine)

  5. Liebe Olivia,ich stoße auf deinen Blog weil ich gerade auf der Suche nach Ideen bin wie es nach dem Familienbett weiter gehen kann. Meine große Tochter ist 81/2 und die Kleine 51/2, von Anfang an schlafe ich mit beiden zusammen. Vor einem halben Jahr habe ich mich durchsetzen können nicht mehr in der Mitte zu schlafen und wenn die Kinder zu nah sind und es mich stört schiebe ich sie einfach zur Seite,das merken die Kinder gar nicht. Seit dem schlafe ich wesentlich besser aber wie gesagt ist die große 8 und es war ein echter Kampf mir diesen „Freiraum „zu holen. Ich schlafe total gern mit den Kindern aber die jüngere möchte auch gern mal allein schlafen und jetzt bin ich am überlegen wie ich ihr diese Möglichkeit bieten kann mit der Option das sie nach zwei Nächten wieder zu mir will…Fazit ist immer wieder:flexibel bleiben,mehrere Matratzen am Start haben und immer wieder überprüfen wer was im Moment wirklich braucht und das alles länger dauern kann als geplant aber auch schneller.liebe grüße Franziska

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