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Brauchen Kinder Regeln und/oder Grenzen?

Unter meinem aktuellen Video-Beitrag auf Facebook zum Thema Wünsche und Bedürfnisse, hiess es unter anderem
„Kinder brauchen Regeln!“.
Vielleicht eine etwas verallgemeinernde aber durchaus geläufige und dennoch spannende Annahme, finde ich.
Ich habe meine Sicht dazu in einen Kommentar darunter getippt und kopiere diesen der Einfachheit halber hier her.
Es ist manchmal wirklich zu schade, wie ich finde, wenn Gespräche in all den Kommentaren auf Facebook am Ende einfach untergehen, obwohl sie bestimmt interessant für viele sein könnten- daher hier nochmals für Alle.

Zum Beitrag und dem zugehörigen Kommentar-Thread auf Facebook geht es hier:
→  Warum mir die Wünsche meiner Kinder nicht so wichtig sind

Meine Frage an Euch:

„Kinder brauchen Regeln!“ Ja, oder nein?

In beiden Fällen, damit wir nicht aneinander vorbei reden-

  1. Was bedeutet „Regeln“, was „Grenzen“ für Dich?
  2. Warum genau sind diese, Deiner Meinung nach nötig oder nicht?
  3. Konkretes Beispiel?

Ein „Kinder brauchen Regeln, damit sie später in der Gesellschaft zurecht kommen!“ beispielsweise, wäre mir da jetzt zu allgemein, um die Aussage nachvollziehen zu können.

Ist ja eventuell gleich mal eine gute Gelegenheit, die eigene Überzeugung für sich selbst auf persönliche „Aktualität“ zu prüfen… 😉

Anbei mein Kommentar:
(Davor ging es darum, das Regeln auch Grenzen sein könnten, die Kindern Sicherheit gäben, und somit als stabiles Fundament für die freie Entwicklung ihrer Persönlichkeit dienen.)

Liebe M.T. ,

Ich glaube ja Sicherheit und Stabilität entstehen vor allem durch eine enge, vertrauenswürdige Beziehung miteinander.

Nur in einem Umfeld, in dem ich sein darf, wie ich bin, ohne bewertet zu werden, da fühle ich mich zumindest, bedingungslos geliebt, angenommen und eben auch sicher. Warum sollte es Kindern anders gehen?

Regeln, zumindest einerseits aufgestellte, setzen ja ein, ich sach‘ ma ’sich über den anderen erheben‘ voraus. „Ich sage Dir, was Du zu tun hast, Kind!“ Klar gibt es „logische“ Regeln. Auch „normale“ Familienregeln, die das Zusammenleben etwas organisieren wie, dass WIR (und zwar dann  ALLE!) beispielsweise nicht mit dreckigen Stiefeln durchs Wohnzimmer latschen, empfinde ich nicht als Eingreifen in die Persönlichkeit des Kindes. Mir geht es da eher um Regeln, die sich ganz explizit auf das persönlichkeitsgesteuerte Verhalten beziehen. Auf ein Verhalten, das im Grunde eine innere Haltung verlangt um wirklich ehrlich und freiwillig ausgeführt werden zu können. Innere Haltungen können nämlich meiner Sicht nach nicht anerzogen Werden. Dinge wie „Bitte/Danke“ empfinde ich als wahnsinnig unsinnige Regel- man bedankt sich, wenn man dankbar ist- basta. Was bringt ein „Dankeschön“, das nicht aus echter Dankbarkeit heraus gesagt wird? Mir persönlich gar nichts. Wer das braucht, um sich wertgeschätzt zu fühlen, denke ich hat da eventuell ein ganz anderes Problem, dass aber ja nicht in der Verantwortung des Kindes liegt, welches brav „Danke“ sagen soll. Mit Wertschätzung hat ein „Danke“ erstmal wenig zu tun- es ist und bleibt nur ein Wort. Erst die Haltung dahinter macht es zu einer wirklichen Geste. Absprachen, die Sinn ergeben („Ich habe keinen Bock 3 x am Tag den Boden zu wischen, wir wollen ja aber alle, dass es hier sauber ist, also bitte Schuhe aus!“) werden hier zuhause problemlos angenommen- ich würde sogar behaupten ohne, dass Jemand auch nur ansatzweise ein Gefühl von Reglementierung dabei hat.

Ich spreche hier explizit nicht von Verkehrsregeln usw.- Sicherheit geht immer vor!

Ich teile dem Kind durch den Versuch sein Wesen mit Regeln quasi zu kontrollieren, in eine Richtung zu lenken (auch wenn ich diese als positiv empfinde!) also mit, dass es nicht in Ordnung ist. (Für kleine Kinder ist ein „was Du tust ist falsch“ das selbe wie „Du bist falsch!“ Da ist es egal, wie wir es meinen. )
So haben Verhaltensvorgaben für mich mit Respekt und Vertrauen = Sicherheit erstmal weniger zu tun. Die meisten Dinge, die wir auf die Weise versuchen anzutrainieren, werden ohnehin auf ganz andere, subtilere Art erlernt bzw. häufig schlichtweg einfach kopiert.
Automatisch- da muss ich gar keine künstlichen Regeln kreieren. (Deswegen fragte ich nach einem konkreten Beispiel.)

Natürliche Konsequenzen gibt es zudem eh genug, um Ursache/Wirkung also zu lernen, reicht es, dass ein Kind am normalen Leben in unserer Gesellschaft teilnimmt, meiner Erfahrung nach.

Es braucht für mich in der Familie keine Regeln wie, nur als Beispiel „Im Haus schreien wir nicht!“- wenn ich immer ruhig und besonnen spreche, wird sich das wahrscheinlich übertragen.
Und wenn es mich doch mal sooooo sehr stört, dann sage ich eher was wie „Ich brauche Ruhe und will dass es hier leiser ist!“ als „Du bist zu laut, sei still!“ und eben schon gar nicht „MAN schreit nicht im Haus!“ Wenn ICH etwas nicht will, dann sollte ICH auch die Verantwortung dafür übernehmen, diese nicht einem „Man“ rüber schieben und dabei auch noch meine Bedürfnisse statt sie mitzuteilen hinter standardisierten (und somit für mich unsinnigen) Regeln zu verstecken.

Es braucht kein ‚Man schubst andere Kinder nicht!“
Wenn wir unserem Kind stets empathisch und liebevoll begegenen, wird es genau das, sobald es von seiner Entwicklung her so weit ist, ebenso an seine Mitmenschen weitergeben.
Natürlich muss und soll Hauen nicht stillschweigend akzeptiert werden, natürlich lasse ich nicht zu, dass mein Kind andere schubst oder gar schlägt- ein Kind das haut, will sich aber dennoch entweder manchmal tatsächlich einfach nur mitteilen und es fehlen ihm ’sanftere‘ Kommunikationsmittel, oder hat sonst irgendeine größere oder kleinere Not. Da geht es aber dann eben meistens gar nicht um das Hauen, weshalb es für das Kind hilfreicher wäre, weg von seinem Verhalten hin zur Ursache dahinter zu schauen. Selbstverständlich sage ich sowas wie  ‚Ich will nicht gehauen werden!‘ oder „Das tut dem Mädchen weh, wenn Du es schubst, schau mal, sie hat Angst bekommen und ist nun traurig!“- das ist aber nicht mein Fokus. Ein „Lass das, das macht man nicht. Wenn Du es nochmal machst, gehen wir nach Hause!“ reduziert das Kind auf sein Verhalten, wertet dieses (für das Kind zusammen mitsamt seiner Person) ab,  anstatt das Kind dahinter zu sehen. Es geht mir keinesfalls darum Hauen zuzulassen, aber es geht auch nicht darum solch ein Verhalten des Kindes zu bewerten, sondern hinzusehen, das Kind zu sehen, zu verstehen, dem Kind andere Strategien aufzuzeigen und durch die eigene Souveränität im Umgang mit dem Gefühl Wut beispielsweise eine Sicherheit zu vermitteln, die es dem Kind ebenfalls mittelfristig ermöglicht, ausgeglichen durch die nun mal wilde Welt der Gefühle zu stapfen. Auch Hauen ist nur ein Kommunikationsmittel, und dass ein Mensch kommuniziert ist grundsätzlich erstmal großartig. Dass Kinder eben manchmal noch keine für uns adäquate Mittel besitzen, macht sie nicht böse oder frech und schon gar nicht zum „Schläger“. Sie lernen halt noch.
Selbst wenn ein Kind anhand von körperlicher Gewalt wirklich einfach nur versucht, sich eine Spielzeug zu sichern (also kein tiefer verstecktes Bedürfnis dahinter liegt), dann  tut es dies, weil es ihm in der Situation eben am einfachsten oder logischten erscheint- nicht aus böser Absicht! Da liegt es an mir ihm andere Strategien aufzuzeigen OHNE es dabei zu bewerten. Wenn ich auf die logischen Folgen seines Handeln aufmerksam mache („Opfer“ ist traurig, weint), dann kann es ja durchaus für sich selber bewerten, wie es die Aktion findet.

Wir sind oft zu ungeduldig, glaube ich und wollen, dass sich ein 3 Jähriger am Besten schon wie ein 5 Jähriger benimmt oder verfallen dem Bild von dem, was oft allgemein von einem 3 Jährigen angeblich zu erwarten ist.

Gemeinsame(!) Absprachen, an die sich dann aber auch Alle halten sollten (…) sehe ich persönlich, wenn sie denn tatsächlich als hilfreich empfunden werden, als durchaus notwendig!

Meine persönlichen Grenzen dem Kind aufzuzeigen, finde ich aber beispielsweise unbedingt wichtig.
Da bleibe ich aber bei mir, also „Ich Blablubb“ statt „Du Blabla“.

Genau, wie es mir seine ja auch aufzeigt. Die gilt es gegenseitig zu respektieren. Dies aber ohne, seine eigene Grenze auch zur Grenze des anderen machen zu wollen.
Das führt dann zu einem wirklichen Miteinander.

So besteht für mich ein sehr klarer Unterschied zwischen Regeln und (persönlichen!) Grenzen. Persönliche Grenzen haben mit uns, mit den beteiligten Menschen in der jeweiligen Beziehung zu tun. So ist ein gegenseitiges Aufzeigen der eigenen Grenzen ein unumgänglicher Teil unsere Beziehungen miteinander. Wenn dies nicht mit einer Abwertung des anderen oder seines Verhalten geschieht, also in meinen Augen absolut beziehungsdienlich.
Konflikte sind nun mal auch ein wesentlicher Part in unserem Miteinander.
Wir sind unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Und das ist wunderbar.
Auch die Grenzen meines Gegenübers helfen mir dabei es besser kennenzulernen. Mich besser kennenzulernen.
Dabei geht es immer um uns Beide.
Um unserer beider Bedürfnisse.
Nicht nur um das des „Grenzgebers“, des Erwachsenen, welches augenscheinlich über dem des Kindes zu stehen scheint.
Unflexible, willkürlich festgelegte Grenzen allerdings, entstanden aus einem Machtgefüge ‚von oben herab‘, empfinde ich tatsächlich als Trennung. Sie führen uns weg voneinander, ohne im Anschluss zu Verbindung zu führen. Ohne diese als Ziel zu haben.
Sie lassen mich oben und Dich unten stehen. Oder umgekehrt.
Das tut weh!
Wozu?

In einem Miteinander, in dem ich mich wertgeschätzt fühle, kooperiere ich übrigens gerne und freiwillig- auch Kinder tun das. Da erübrigen sich Regeln oft von allein.

Kinder sind im Kleinkindalter nun mal (noch) nicht fähig, wirklich empathisch zu handeln. Das ist es irgendwie am fairsten, einfach zu akzeptieren, denke ich. Wenn ich dennoch auf die Einhaltung gewisser Regeln bestehe, hat das eher ein Bisschen was von Dressur für mich. Also grade in Bezug auf den sozialen Umgang, der uns ja immer so wichtig ist. Wenn ich nun beispielsweise die Regel aufstelle, „Wer Jemandem weh tut, muss sich entschuldigen!“ beispielsweise, dann kann ich dass klar, selbst schon einem 3 Jährigen anerziehen. Dieses anerzogene Verhalten hat aber letzten Endes dann wenig mit sozialem, mitfühlendem Umgang zu tun, den wir uns ja aber wünschen. Da kann man doch gleich besser warten, bis die Minis so weit sind, und ihnen solange Empathie und Respekt ohne Ende, ohne Punkt und Komma vorleben, damit sie es dann ab einem bestimmten Alter ganz von allein und von Herzen machen.
Unsere Kinder sind absolut soziale Wesen. Sie wollen sich anpassen.
Das Problem ist nur so oft, dass wir einfach zuviel von ihnen erwarten und dann genervt sind, obwohl das vermeintlich unerzogene Kind sich einfach nur natürlich und altersgerechte verhält.

Kinder sind aber alle auch total verschieden, manche brauchen durchaus mehr Struktur als andere- das würde ich ohnehin immer individuell betrachten wollen.
Nur mit so einer allgemeinen Aussage ‚Kinder brauchen Regeln!‘ tu ich mich schwer.

Na logisch ist das Deine Meinung, aber die hat doch ebenso eine Daseinsberechtigung, wie alle anderen- also kein ’nur‘.

Ich finde es interessant, wie andere ticken und denken.

Danke für’s Ausführen.

Grundsätzlich glaube ich also sehr wohl, dass Kinder Grenzen brauchen- allerdings nur ihre eigenen.
Meine Grenzen brauche ich- sind ja auch, wie gesagt meine.
Ansonsten gilt für mich „The sky is the limit!“ ❤️


O*

Hier noch ein kleiner nostalgischer Musik-Gruß von wegen „The sky is the limit!“ aus dem Geburtsjahr meiner Tochter (Biggie ❤️)

 

2 Kommentare

  1. Mein Erziehungstil hat keinen Namen und keine „Methode“, sondern Herz und Bauch. Ich lebe vor. Und ich lebe mit meinen Kindern. Ich nehme sie ernst und wie sie sind. Ich habe gerade keine Zeit das genau auszuführen. Aber: wenn es um ihre Sicherheit geht gibt es ganz klar Grenzen oder Regeln oder was auch immer. Steckdosen sind tabu. Da braucht es natürlich dringend und zwingend ein NEIN und eine Erklärung. Zur Not immer wieder. Draußen auf der Straße z.B. erkläre ich natürlich auch wie man sich verhalten muss um sicher durchs Leben zu kommen. Und damit fange ich ja ichtverstvin der Schule an!? Sowas läuft doch ganz automatisch. Klar, auch durchs vormachen, aber wenn man kleine Tochter über eine Straße rennen möchte halte ich sie natürlich auf. Auch im
    Übertragenden Sinne empfinde ich es als meine Oflicht das zu tun. Und ich glaube ganz ehrlich, wenn Kinder andere Kinder schubsen oder hauen ist es völlig in Ordnung Ihnen zu sagen und zu erklären, dass sie das bitte nicht tun sollen. Meine Kinder sind definitiv stark genug auch mal ein Nein zu verkraften;)

    • Olivia sagt

      Hey Nina <3
      JA, Sicherheit geht IMMER vor!
      Es geht mir da vor allem, wie ich schreibe um Regeln, die sich auf ein Verhalten beziehen, welches durch die Persönlichkeit des Kindes bestimmt ist. Oder aber auch um Regeln, die ein Verhalten des Kindes einfordern, wozu es WIRKLICH eben aufgrund seiner Entwicklung noch gar nicht in der Lage ist. Beispielsweise zu einem 3 Jährigen: "Du musst Dich bei dem Kind, dem Du den Eimer weggenommen hast entschuldigen!" Ein 3 Jähriger KANN sich noch nicht WIRKLICH entschuldigen- dazu braucht es die Kompetenz Empathie zu empfinden- in dem Alter beginnt das aber erst langsam. Es kann lediglich antrainiertes Verhalten ausführen, also brav bitte/danke oder auch 'Tschuldigung sagen. Da ist eben die Frage, was will ich- ein höfliches Kind, oder ein wahrhaft mitfühlendes Kind, dass aus wahrer Wertschätzung anderen Menschen gegenüber empathisch auftritt. Das braucht Zeit und keine Regeln.
      "Nein" ist super wichtig. Meine Grenzen aufzuzeigen ist aber was anderes, als diese dann zur Grenze meines Kindes zu machen. Meine Grenzen wahre ich unbedingt, aber ich behalte die Verantwortung für sie und gebe diese nicht an mein Kind.
      Beziehung bedeutet unbedingt sich mitzuteilen. Wenn ich etwas nicht will, dann teile ich das natürlich mit. Wobei ich eben dafür die Verantwortung übernehme. Bedeutet, wenn meine Kids mir zu laut sind sage ich eher was wie "Es ist mir zu laut, ich brauche etwas Ruhe, weil Blabla" statt "Ihr seid zu laut, hört auf, im Wohnzimmer wird nicht getobt!" Das ist für Kinder eine komplett andere Botschaft. DU bist zu laut oder ICH brauche Ruhe. Das eine kritisiert das Kind, worauf oft Gegenwehr und noch mehr Lärm folgt, und das andere teilt mein Bedürfnis mit und bittet um Verständnis. Das ist eher die Richtung, um die es mir da geht. Ich finde halt, dass es im Miteinander, wenn man wirklich in Beziehung steht mit den Kind oder auch allgemein mit Menschen, dann braucht es wenig bis keine Regeln. Wir wollen ja alle, dass es einander gut geht. Auch unsere Kinder, wollen, dass es uns gut geht. Wenn sie sich wertgeschätzt, statt kritisiert fühlen, kooperieren sie eben (meistens...) ohne Regeln, ohne Zwang mit uns.
      Und nochmal Regeln, die die Sicherheit betreffen, sind da natürlich ausgenommen und unumgänglich meiner Meinung nach! Da bin ich voll bei Dir!
      Bei der Hau-Geschichte finde ich es aber beispielsweise wesentlich hilfreicher (je nach Alter des Kindes natürlich) das Verhalten eher in den Hintergrund zu stellen. Einfach der Tatsache geschuldet, dass das Hauen eben eine Ursache hat. Immer. Und diese ist nicht ein "Ich will halt auch mal rutschen!" Das Kind haut nicht, weil es hauen will, oder gar böse ist, sondern weil es eben ganz offensichtlich in Not ist und das in dem Moment nicht anders kommunizieren kann. Manchmal fehlen ihm einfach nur "positivere" Strategien, weil es diese noch nicht erlernt hat. Diese kann man super vorschlagen OHNE das Verhalten und damit das Kind abzuwerten. Wenn nun das Hauen nun aber "verboten" wird OHNE nach der Ursache zu schauen, dann kommt beim Kind an "Ich darf meine Gefühle nicht ausdrücken, das ist falsch.". Natürlich kann man sagen "Das Kind möchte nicht gehauen werden. Oder aber auch "Das tut dem Mädchen weh" und und. Und natürlich schützt man die "Opfer" und lässt nicht zu, dass sie vermöbelt werden! Es ist nur einfach immer so, dass ein Kind, welches Probleme macht, vorher selber welche hatte. Da schaue ich dann eben lieber hin. Es geht mir nicht darum Hauen kommentarlos hinzunehmen. Überhaupt nicht. Aber ein Kind das haut, machte das ja nicht aus böser Absicht, sondern weil es grade nicht anders kann. Ich sehe immer wieder, wie Mütter beispielsweise das Sandspielzeug einsammeln und mit dem "Hau-Kind" zur Strafe nach Hause gehen. Vorher wurde das 3 x angedroht, aber nicht ein mal nach der Ursache geforscht. Das Kind hinter der Tat also absolut übersehen und dann für seine "Kommunikationsversuche" eben am Ende sogar bestraft. Das finde ich traurig, weil da eben das Kind einfach übergangen wird. Wir reduzieren die Kinder all zu oft auf ihr Verhalten: Und in der Regel beschränkt sich die Ursachensuche auf sowas wie "Warum haust Du denn? Ah, weil Du die Schaufel haben wolltest! Frag halt nächstes Mal einfach nett!" Aber das ist ganz sicher nicht die Ursache, warum dieser Wunsch körperlich versucht wurde durchgesetzt zu werden. Also ich finde ein "Warum??" in solchen Situationen erstens wesentlich aufschlussreicher für mich als Mama und vor allem aber dem Kind gegenüber wesentlich wertschätzender, als ein "Lass das bitte, das macht man nicht!"
      Ich hoffe es kommt rüber, was ich sagen mag?
      Liebste Grüße, meine Liebe *

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