Bedürfnisorientiert, Eltern, Familie, Gleichwürdig, Kinder, Unerzogen
Kommentare 6

Bist Du wütend, wenn Dein Kind Dich haut?

(Oder authentisch?)

Ich erlebe es total oft, bei mir selbst aber auch bei Anderen, dass wir dazu neigen ungerechtes, eigentlich gemeines Verhalten unseren Kindern gegenüber mit, wie ich finde, falsch verstandener Authentizität zu rechtfertigen.
Das ist unfair- uns UND unserem Kind gegenüber!
Wenn Ihr wissen wollt, was genau ich damit meine, schaut Euch doch gern mein Video an.

Ich freue mich auf Eure Meinung und Euer Feedback,

O*

6 Kommentare

  1. Holle sagt

    Hallo!
    Ich gehe voll mit, dass man nicht beleidigt reagieren darf, schon gar nicht einen längeren Zeitraum!!!
    Aber wirklich gar nicht reagieren (Bis 10 zählen, lächeln)? Auch keine Rückmeldung geben, dass das gerade weh tat oder ich ein bestimmtes Verhalten nicht gut finde. Ja, ich finde „Gewalt “ wie hauen, treten etc nicht gut! Niemals! Und ich möchte nicht, dass mein Kind das macht. Ich kann ihm dieses Verhalten, je nach Alter, meiner Meinung nach nicht vorwerfen (weil es in der Regel aus z.B.Verzweiflung oder einfach um zu testen was passiert, wie weit kann ich gehen?) so reagiert. Aber wie lernt ein Kind anders zu reagieren, wenn Mama dann atmet und lächelt?
    Versteh mich nicht falsch, zum selber runterzukommen und nicht beleidigt zu reagieren sind das super Tipps! Aber mir fehlt trotzdem irgendwie eine Reaktion auf das Verhalten…

    • Olivia sagt

      Hallo,
      Danke für Deinen Kommentar.
      Genau dafür, nämlich zum ’selber runterkommen‘ waren diese Tips gedacht 😉
      Ich denke tatsächlich, dass man in der Situation direkt, wenn es irgend geht das Kind nicht noch zusätzlich zu all seiner eigenen Emotionalität, mit der es grade akut überfordert ist, mit den eigenen ‚Themen‘ belasten muss. Ein „Autsch“ ist natürlich als Rückmeldung ok, auch wenn das Kind (je nach Alter) den Zusammenhang nicht wirklich erfassen kann. Nicht insoweit, dass es versteht Dir wehgetan zu haben. Dass man nicht gehauen werden will, kann man auch sagen, warum auch nicht!
      Altersabhängig kann man klar immer Situationen in entspannten Momenten miteinander nachbesprechen, beschreiben, wie man sich gefühlt hat und zuhören, wie es dem Kind dabei ergangen ist. Möglichst ohne das Verhalten zu bewerten! Man kann das Kind auch z.B. ganz konkret fragen, wie es sich wünschen würde, dass man in diesen Momenten reagiert.
      Zu Deiner Frage, wie die Kinder denn dann aber lernen anders zu reagieren: Kinder lernen allergrösstenteils durch Vorleben. Bedeutet indem es mitbekommt, wie wir selber mit Frust usw. umgehen, schaut es sich ganz automatisch mögliche Strategien ab.
      Allerdings wird es diese erst umsetzen können, wenn es rein entwicklungspsychologisch auch entsprechend reif ist.
      Ein 3 Jähriger beispielsweise kann das einfach noch nicht. Da kann ich noch so laut „Aua, das macht man nicht!“ schimpfen- das Kind ist einfach nicht in der Lage sich in eine andere Person einzufühlen. Dieser dafür wichtige Perspektivenwechsel beginnt frühestens und gaaaanz langsam in dem Alter zwischen 3 und 5!
      Bis ca- 2 denken die Kinder tatsächlich sogar noch, dass wenn sie keine Schmerzen haben, auch kein anderer welche haben kann- und umgekehrt genauso. Da fehlt einfach noch die dazu nötige Hirnreife.
      Wir müssten denke ich aufhören unseren Kindern Dinge beibringen zu wollen, die sie eben anhand ihrer Entwicklung noch gar nicht erfassen können.
      Wenn ich mein Kind nun dennoch darauf konditioniere, was natürlich geht, mich nicht in der Wut zu hauen, dann hat das halt leider mit Empathie nix zu tun. Es ist vielmehr schlichtweg antrainiertes Verhalten. Dressur. Erfolgt durch ein simples Straf- oder Belohnungssystem. Mache ich A (Hauen) ist Mama sauer (Strafe), also mache ich das nicht, weil sich das schlimm anfühlt. Mache ich „Ei“ freut sie sich (Belohnung). Das ist ja aber nicht unser Ziel!
      Mein aktueller Beitrag ist vielleicht interessant dazu für Dich?
      GLG,
      O*

  2. Holle sagt

    Hallo Olivia!
    Ich habe mir schon gedacht, dass du mit dem Video nur auf das Thema „runterkommen“eingehen wolltest.
    Ich finde es aber immer etwas“ gefährlich „eine Situation zu schildern und nur einen Teil der Reaktion zu besprechen. Verstehe mich nicht falsch, ich finde deinen Ansatz super! Und wenn man sich schon viel mit Themen wie Bedürfnissorientierter Erziehung, Entwicklungspsychologie, etc beschäftigt hat, versteht man auch den Zusammenhang bzw die Situation und kann die Aussagen in den richtigen Kontext stellen.
    Kennt man sich aber noch gar nicht aus, fehlen mir in vielen Bloggs, Beiträgen, Videos (nicht nur auf deinen bezogen) solche Zusatzinformationen (über welches Alter spricht man und wie löst man z.B. eine Situation, nicht nur was man NICHT machen sollte)

    Gerade bei kleinen Kindern unter drei Jahren finde ich persönlich eine direkte Reaktion im Sekundenfenster wichtig! (verbalisieren, dass es gerade weh tut, auch durch Gestik und Mimik, natürlich niemals mit den Worten „das macht man nicht“oder“ was soll denn das?!“!!!). Aber ein besprechen in einer ruhigen Minute macht in dem Alter wiederum wenig Sinn, da das Zeitgefühl sich noch später entwickelt als der Perspektivwechsel.

    Ja, das stimmt. Kinder lernen durch nachahmen (und sind ein herrlicher Spiegel by the way ;)- was hab ich schon alles „reflektiert“ bekommen! Großartig!). Aber wenn sie z.B. viel Zeit in der Kita, Großeltern, Babysittern, Freunden verbringen, ahmen sie nicht nur mein Verhalten nach, sondern schauen sich auch bei anderen Verhaltensweisen ab. Und vielleicht nicht ausschließlich welche, die ich gerne weiter geben möchte… Da ist mir wichtig, Dinge zu verbalisieren. Auch schon früh! Da kann ein Kind das vielleicht noch nicht 100% verarbeiten, aber es kennt bestimmte Regeln, Ansätze etc.

    Nochmal, bitte nicht falsch verstehen! Ich geh voll mit dir, nur befürchte ich immer, dass wenn solche weiterführenden Infos nicht erwähnt werden, viele ein unvollständiges Bild bekommen. Und seien wir ehrlich, Blogger sind heutzutage eine der größten Informationsquellen für Eltern! Ich kenne kaum Mütter/Eltern (beruflich und privat) , die sich zu einem Thema ein Buch kaufen und durchlesen, aber viele die diversen Bloggern folgen und deren Tipps mit in ihr Leben einbeziehen.

    • Olivia sagt

      Da stimme ich Dir zu und danke Dir für die Anregung!
      Ich schaue mal, ob bzw. wie ich das künftig berücksichtigen kann. Das Problem ist halt, dass man, wenn man es für „Alle“ greifbar machen will, teilweise zu weit ausholen müsste, was dann wiederum den Rahmen sprengen würde- es will ja keiner mehr als 10-15 Min. lesen… Aber Du hast schon recht- ich habe es mal auf dem Zettel- danke!!
      O*

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