Bedürfnisorientiert, Bindungsorientiert, Eltern, Familie, Geschwister, Gleichwürdig, Kinder, Mehrkindfamilie, Unerzogen
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Bedürfnisorientiert geht eh‘ nur mit EINEM Kind? (Soso…)

Das geht doch nur mit 1 Kind❗️
Was genau möchtest Du mir damit sagen❓
ICH möchte DIR sagen, dass mein Umgang mit Menschen
(und Kinder sind Menschen!) keine Methode und damit nicht an Bedingungen geknüpft ist.
Meinen Handlungen liegen vor allem meine ganz persönlichen WERTE zugrunde. Von gelegentlichen Befindlichkeiten, mal abgesehen- ich bin ja keine Heilige😇, sondern auch mal müde, gestresst oder sonstwie bäh.

„Die moralischen Werte sind Forderung zur Tat;
sie enthalten das Tun-Sollen.“

(Bocheński, zum Thema immaterielle Werte. An die Hobbyphilosophen unter uns- lest ihn mal, dann muss ich jetzt nicht alle anderen hier wieder mit meinem Gefasel nerven…
Ein Traum von Logiker, Gott hab ihn selig!)

Spätestens als Eltern, sollten wir uns doch wohl fragen, wer wir sind, wer wir sein wollen.
Wieso wir sind wie wir sind, und ob das wirklich wir sind.
Wenn nicht, ist ein Kind DIE Chance überhaupt, sich (endlich!) auf den Weg zum Selbst zu machen.

Ich selbst, als Olivia WILL
-die Würde eines jeden Menschen achten.
-Glaube, dass Kinder vollwertige Menschen sind.
-Glaube, dass meine Kinder von Grund auf gut sind.
-Weiß, dass Stress hausgemacht ist.
Nicht Umstände sind stressig, sondern MEIN inkompetenter Umgang mit diesen bringt mich aus dem Gleichgewicht.
Ich weiß, dass ich als einziger Mensch auf der Welt, Verantwortung für mein Wohlergehen trage. Ich übernehme die Verantwortung und werfe bestimmt nicht ’nur‘ weil ich 2,3, xy Kinder habe, meine Moralvorstellungen über Bord. Denn diese sind absolut unabhängig von Begebenheiten.
Für Dich mag Unerzogen, AP, und Bedürfnisorientiert ein Verhaltenskonzept sein.
Bedeutet, Deinem Kind alles recht machen zu müssen.
Ihm jeden Abend 4 verschiedene Mahlzeiten anbieten zu müssen.
45 Min auf dem Spielplatz zu diskutieren, ob Ihr endlich nach Hause gehen könnt.
Es auf der Strasse ohne Schuhe laufen lassen zu MÜSSEN, wann immer es das will.
Und ja, ALL DAS GEHT NICHT mit mehreren Kindern.
Ich kann nicht 4 Menschen alles recht machen- will ich aber auch nicht.
Ich kann nicht 16 Mahlzeiten kochen und 12 wegwerfen- was ein Blödsinn.
Ich kann nicht 180 Minuten diskutieren, wann wer wohin will- mache ich auch nicht.
Es können auch nicht immer alle Kinder draußen barfuß laufen, weil ich nicht so schnell für alle den Weg vorausschauen kann, ob Glas oder sonst was da liegt- Nein, das KANN ICH NICHT!
Will ich nicht, MUSS ich nicht!
Denn
DAS IST NICHT AP!
Du hast es NICHT VERSTANDEN.
Du willst es MACHEN,
kannst es aber nur LEBEN.
Und LEBEN könnte ich sogar MIT 10 Kindern.
Mindestens.
(Sagt sich leicht, hoffe ich aber!)
Du willst alles für Dein Kind TUN, siehst es aber womöglich nicht…
Doch Kinder wollen vor allem das- GESEHEN werden.

Bsp.:

„Ich sehe, Du bist traurig, dass Du nicht mehr weiter schaukeln kannst, aber Dein Bruder ist müde, und deshalb müssen wir nach Hause, damit er in Ruhe schlafen kann. Wenn Du magst spielen wir ‚Keiner tritt auf die Linien‘ auf dem Heimweg, ja?“

von der 3 fach-Mami, die ihr enttäuschtes, vielleicht wütendes Kind zunächst in seinem Frust begleitet, bevor es vergnügt (oder auch nicht…) über die Bordsteinplatten heimwärts hüpft, ist genauso bedürfnisorientiert wie:

„Du magst noch länger schaukeln? OK, kein Problem- dann beantworte ich meine Emails halt hier am Handy und warte auf Dich!“

von der Mutter mit dem ‚lediglich‘ einen Kind.

Beide Kinder fühlen sich gesehen und gewertschätzt, das ist was zählt.
Das Bedürfnis, nicht der Wunsch!

Das Leben ist kein Wunschkonzert und Attachment Parenting nicht Weihnachten❗️

(Ich glaub daraus mach’ ich ’ne 🎄Karte.)

Unterschied Wunsch und Bedürfnis, wenn Dir das nicht klar ist, drehst Du, wenn nicht schon bereits mit 1 mit spätestens 2 Kindern am Rad.

Wir müssen soviel weniger tun, als wir meinen, wenn wir nur wirklich HINSEHEN. Was jedes Kind mehr aber durchaus ganz sicher bedeutet:

-MEHR ARBEIT!
-Weniger Zeit für Dich.
-Schlicht MEHR Herausforderung.

Du wirst zu einem Logistikunternehmen, aber mal abgesehen von Mehrlingen, kommen nicht alle auf einmal über Nacht. Bilde Dich aus, schaue ab, organisiere und vernetze Dich.
Übernehme VERANTWORTUNG!

Selbstfürsorge wird mit jedem weiteren Kind einmal mehr wichtiger. Wenn Du Dich also nicht mit jedem weiteren Kind weiter auch um DICH kümmerst (was zugegebenrweise nicht einfach, aber möglich und so wichtig ist), dann wird es Dir nicht gelingen, Dich von Herzen zugewandt um Deine Kinder zu kümmern.

BEDÜRFNISORIENTIERT FÜR ALLE❗️

(Noch ’ne Postkarte…)

Das gilt im Grunde schon bei „nur“ einem Kind, meiner Meinung nach. Wenn Du also meinst, mit mehreren Kindern könntest Du nicht mehr bedürfnisorientiert mit ihnen umgehen, dann ist die Motivation Deines Handelns eventuell keine Haltung, schon gar nicht Deine, sondern nicht mehr oder weniger, als eine schöne Idee. Eine Vorstellung davon, wie man es machen sollte, um es richtig zu machen. Doch hier geht es nicht darum, was richtig zu machen, sondern AUTHENTISCH- das bist Du oder nicht.
(Wie ich Authentizität diesbezüglich definiere, kannst Du Dir gern hier anschauen.)

Wo man mit 1 Kind noch manchmal Dinge tun kann, ohne sie zu sein (vielleicht und je nach Kind), mit mehreren gelingt das sicher nicht mehr. Mit 3,4,5 Kindern kannst Du nicht mehr so tun, als ob.
Schaffst Du es also dann nicht mehr, Deine HALTUNG zu leben, dann war sie auch zuvor nicht wirklich Deine, und Dich zu verstellen ist nahezu unmöglich mit 4,6,8 oder mehr Augenpaaren, die Dich ständig beobachten- bedeutet Du fliegst auf…
Und das kannst Du doch nicht wirklich einfach auf die Anzahl Deiner Kinder schieben.
Das wäre ja so, als wenn Du beim Spicken erwischt wirst und dann unschuldig behauptest, Du hättest die Klausur nur deswegen nicht bestanden, weil der fiese Professor (die vielen Kinder) Dich enttarnt hat…
Auch ohne Aufdeckung wäre es übrigens Betrug- vor allem gegen Dich selbst!

Herausforderungen fordern Dein wahres Gesicht. Nehmen wir sie doch einfach an, und wenn Dir Dein Spiegelbild zu fratzig ist, werde, wer Du sein willst. Dazu mußt Du die Fratze aber ansehen. Ehrlich betrachten, ihr sogar freundlich zunicken, anstatt anderen Müttern, die vielleicht ja, zugegebenerweise weniger Kinder =(höchstwahrscheinlich) weniger Arbeit haben, ihr schönes Gesicht zu zerkratzen mit Sprüchen à la

„Du hast ja keine Ahnung, mit nur 1 Kind!“

#respektlos
#überheblich
#unfair
#mamabashing
#esistkeinwettkampf

An alle, die schlicht Angst haben, dass sie dem vorhandenen, durch ein hinzukommendes Kind nicht mehr gerecht werden könnten- seid versichert:
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben- auch Du♥️

(Mein persönlicher Rat dennoch an dieser Stelle- wartet mindestens 3 Jahre…)

Olivia

 

5 Kommentare

  1. Nadine sagt

    Danke Olivia.
    Du sprichst meine Sprache.
    Habe heute deinen Blog entdeckt,obwohl ich keine Blogs mag.
    Ab heute les ich bei dir mit.
    Viele Grüße aus Frankfurt
    Nadine

  2. Rabea sagt

    Hallo,
    Melde mich auch mal als stille Leserin 🙂

    Ich bin alleinerziehend mit 11-Monate alten Zwillingen

    Liebe Grüße
    Rabea

    • Olivia sagt

      Hallo liebe Rabea,
      Ich habe einen Heidenrespekt vor Eltern mit Mehrlingen, da ich es als unglaubliche Herausforderung erachte- in der Kombination Alleinerziehend erst recht!
      Mich würde sehr interessieren, wie Du das siehst.
      Was für Besonderheiten sind diesbezüglich Deiner Erfahrung nach zu erwähnen? Gleichaltrige Geschwister stellen einen ja definitiv vor die Situation, dass auf das Verständnis des Älteren beispielsweise nicht zurückgegriffen werden kann. Auch sind bei gleichaltrigen Babys die Bedürfnisse wahrscheinlich doch sehr oft „gleich wichtig“. Ich würde mich freuen, wenn Du da etwas zu erzählen könntest.
      Liebste Grüße,
      Olivia*

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